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Kieler-Woche-Programm 2016 : Pétanque-Turnier: Zielwurf auf die magischen 13 Punkte

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Zum 33. Pétanque-Turnier auf der Kieler Woche werden um die 100 Mannschaften erwartet.

In Dänemark findet man sogar Hallen, um im Winter nicht auf den Boule-Sport verzichten zu müssen, und die Mallorciner halten riesige Plätze und Anlagen vor. Aber was die Begeisterung für das technische und taktische Spiel mit den silberfarbenen Kugel angeht, braucht sich Schleswig-Holstein wahrlich nicht zu verstecken, meint die Kieler NPC-Präsidentin Ulrike Herbst. NPC, das steht für den 1982 gegründeten Nordboules-Pétanque-Club, der in diesem Jahr die mittlerweile 33. Auflage des Pétanque-Turniers zur Kieler Woche veranstaltet. Am 25. und 26. Juni werden um die einhundert Doublette- und Triplett-Mannschaften im Schrevenpark um die begehrten 13 Punkte ringen, die letztlich eine Partie entscheiden.

„Ich finde es immer sehr schön und faszinierend, dass junge Leute mit älteren Männern und Frauen gleichermaßen spielen. Körperlich kann so ziemlich jede Altersgrupp mitmachen. Man ist an der frischen Luft, die Spiele sind sehr kommunikativ, es geht um Technik und Taktik und kein Spiel gleicht dem anderen“, sagt Ulrike Herbst. Damit sei auch erklärt, warum es sich als Freizeitsport bei älteren Leuten so großer und auch wachsender Beliebtheit erfreue. Wer zudem einmal seinen Ehrgeiz gefunden hat, könne es in Deutschland sogar bis in die oberste der insgesamt fünf Profi-Ligen schaffen.

Kleine Regelkunde

Selbst wenn alles so leicht aussieht, ganz so intuitiv ist das Regelwerk dann doch nicht. Das Pétanque ist eine Form des Boules, die mit geschlossenen Füßen gespielt wird. Es gibt eine Zielkugel, Petite genannt, die von einer Mannschaft ausgeworfen wird. Dann fangen die Teams an, ihre Spielkugeln in die Nähe der Zielkugel zu werfen. Es gibt einen Punkt für jede Kugel, die näher an der Zielkugel dran liegt als die bestplatzierte Kugel des Gegners. Sobald man eine Kugel besser platziert hat, ist der Gegner mit werfen dran. „Natürlich gehört es dazu, die Kugeln des Gegners wegzukicken“, so Ulrike Herbst. Weil sich damit die ausliegenden Punkte permanent verschieben, könne eine Partie auch mal zwei Stunden dauern. Im Schnitt liege man bei einer Stunde. Bei Zweifelsfällen und Vorsprüngen um wenige Milimeter kommt dann auch schon mal ein Lineal zum Einsatz

Bis alle Freunde der gar nicht so ruhigen Kugeln auf die Piste gehen können, ist allerdings noch einiges zu tun. „Wir müssen noch die ganzen Materialien rüberschaffen, alle Bahnen markieren und abstecken und fungieren dann zwischendurch als Wettkampfrichter“, blickt Ulrike Herbst voraus. Sie selber werde sich am Sonntag dem Ausscheid stellen.

Auf in den Schrevenpark

Am Samstag, dem 25. Juni, geht es dann für die Zweiermannschaften in den Schrevenpark, am Sonntag folgen die Turniere der Dreiermannschaften. Gespielt wird ähnlich wie beim Fußball nach K.O.-Modus in vier Gruppen. Das Startgeld beträgt 6 Euro pro Person. Der NPC verspricht eine hundertprozentige Ausschüttung am Ende des Turniers. Einschreibeschluss ist an Turniertagen um 9.30 Uhr, Spielbeginn dann um 10 Uhr. Um Voranmeldung via Internet wird gebeten. Diese ist möglich unter npc-kiel.de/registration oder per Email herbst-151@t-online.de.

Kleines ABC des Pétanque

Boule oder doch Pétanque?

Boule, vom französischen „Kugel“, ist der Oberbegriff für verschiedene Wurfsportarten. Wichtigste Formen sind  das  Boule Lyonnaise und das Jeu Provençale, von dem das Pétanque ein Ableger ist. Beim Pétanque ist die Spielfläche mit 6 bis 10 Metern aber nur halb so groß wie beim Provençal.

Pieds tanqués ...

Heißt so viel wie „geschlossene Füße“ und geht auf eine Änderung der Regeln des Provençale zurück, in dem eine einbeinige und leicht hüpfende Wurftechnik vorgeschrieben war.

Die Grundregeln

Es gibt eine Zielkugel (die Petite), die von einer Mannschaft ausgeworfen wird.  Dann fangen die Teams an, ihre Kugeln in die Nähe der Zielkugel zu werfen. Es gibt einen Punkt für jede Kugel, die näher an der Zielkugel dran liegt als die bestplatzierten Kugeln des Gegners. Sobald man eine Kugel besser platziert hat, ist der Gegner mit Werfen dran. Es spielt also immer die Mannschaft,  die den vorherigen Punkt nicht eingefahren hat.  (Nach den klassischen Regeln ist es also nicht üblich, sich mit den Würfen abzuwechseln.) Zwei Mannschaften treten also immer mit  sechs gegen sechs Kugeln an. Die Mannschaft, die zuerst dreizehn Punkte hat, hat gewonnen.

Verwechslungsgefahr

Bei so vielen Kugel, woher weiß ich da, welche meine sind?  Erfahrene Spieler kennen ihre Kugeln in- und auswendig. Jeden Kugelsatz gibt es nur ein mal auf der Welt. Alle professionellen Sätze werden unter  Lizenz von Französischen Herstellern produziert. Sie dürfen zwar nicht extra farblich markiert werden, aber die Streifenreliefe unterscheiden sich, die Kugel haben alle eine Nummer und die Herstellerfirma eingraviert.

Die Dauer

Bei sechs Kugeln pro Runde macht das maximal sechs Punkte pro Runde. Daher kann eine Boule-Partie durchaus auch mal zwei Stunden dauern,  im Durchschnitt geht eine Partie über eine Stunde. Pro Wurf hat man nur eine Minute Zeit, seine Kugel zu spielen.

Tête á Tête

Heißt wörtlich übersetzt „Kopf an Kopf“. Wenn die Boulespiele als Duell ausgetragen werden, spielen die zwei Spieler in der Regel nur mit drei statt sechs Kugeln.

KO-Modus und ACBD

Beim Turnier auf der Kieler Woche wird im KO-Modus und nach dem ACBD-Verfahren in Doublette und Triplette gespielt. Doublette heißt, dass immer zwei in einer Mannschaft mit je drei Kugeln pro Mann und Runde spielen. Beim Triplette besteht eine Mannschaft aus drei Spielern mit je zwei Kugeln. Der KO-Modus ist ähnlich wie beim Fußball. Das bedeutet, dass wenn ein Team das erste Spiel verliert, kommt es in die Turniergruppe C.  Wenn es dann auch noch das nächste Spiel verliert, rutscht es in die Gruppe D.  Gewinnt ein Team das erste Spiel, rückt es in Gruppe A.  In der D-Gruppe sind dann alle Teams, die kein Spiel gewonnen haben. Jedes einzelne Team muss somit insgesamt mindestens drei Spiele austragen.

 
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erstellt am 24.Jun.2016 | 04:00 Uhr

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