Großes Flottentreffen im Kieler Tirpitzhafen : Open-Ship: Fifty Shades of Grey zur Kieler Woche 2018

Die Marine erwartet zur Kieler Woche rund 2000 ausländische Matrosen von zahlreichen Kriegsschiffen. Erstmals ist die Türkei mit einem Schiff vertreten. Die weiterste Anreise hat Fregatte Binzhou aus China.

Andreas Olbertz. von
15. Juni 2018, 09:04 Uhr

„Wir haben hier mehr Heavy-Metal als in Wacken“, verkündet Korvettenkapitän Bastian Fischborn, vom Pressebüro der Marine zur Kieler Woche, nicht ohne Stolz: „Auf Fity Shades of Grey kommen wir nicht ganz, aber immerhin auf 37.“

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In den nächsten Tagen wird der Tirpitzhafen des Marinestützpunkts Kiel wieder überquellen vor Schiffen: 37 „Einheiten“ aus aller Welt. „Wir erwarten rund 2000 ausländische Marine-Soldaten, die mit uns die Kieler Woche feiern wollen“, so Fischborn.

Aus dem Plan ist ersichtlich, wo welches Schiff seinen Liegeplatz finden wird.
Aus dem Plan ist ersichtlich, wo welches Schiff seinen Liegeplatz finden wird.
 

Das Flaggschiff der Kieler Woche, gleichzeitig auch das größte Schiff im Hafen, ist der Einsatzgruppenversorger FGS „Frankfurt am Main“ – sie ist schon in Kiel. Die anderen Schiffe trudeln in den nächsten Tagen ein. Der größte Ansturm wird am Freitag erwartet. „Das wird ein wildes Gewusel“, weiß Korvettenkapitän Fischborn: „Das ist tatsächlich eine logistische Meisterleistung.“ „Flottenballett“ wird das Schauspiel intern genannt, für das ein eingespieltes Team zuständig ist, damit jeder Meter der Kaianlagen optimal  genutzt wird.

Die Kieler Woche hat ihren Ursprung in Marine Segelwettfahrten. Das Flottentreffen hat aus diesem Anlass eine große Tradition. Bei den großen und kleinen Stars auf den zahlreichen Bühnen der Kiwo wird gebaggert und gefeilscht, um sie für Auftritte gewinnen zu können. Bei der Bundeswehr gibt es so was natürlich nicht. „Das Verteidigungsministerium veranstaltet ein jährliches Briefing mit den Attachés bei dem über die Großveranstaltungen der Bundeswehr informiert wird“, erklärt der Pressesprecher: „Die Entscheidung fällt mitnichten in Kiel. Das sind bilaterale Abstimmungen hinter den Kulissen auf diplomatischem Parkett.“

Das alljährliche Seemanöver Baltops endet pünktlich zur Kieler Woche. Fischborn: „Der Abschluss auf der Kieler Woche gehört quasi fest zum Manöver dazu. Ich glaube, das ist schon das 46. Mal.“ Kommandeur der Manöver-Flotte ist Vizeadmiral Lisa Franchetti, sie ist Kommandeurin der sechsten US-Flotte in Neapel und kommt mit ihrem Kommandoschiff „USS Mount Whitney“ sowie dem Zerstörer „USS Bainbridge“ und dem Docklandungsschiff „USS Oak Hill“ nach Kiel.

Erstmals gibt es mit der Fregatte „TCG Gediz“ auch Besuch aus der Türkei. Die bei weitem weiteste Anreise hat allerdings ein anderes Schiff: Die „ROCN Binzhou“. Ihr Heimathafen Zhoushan liegt in der ostchinesischen Provinz Zhejiang. „Die kommen quasi von der anderen Seite der Welt, das werden so 11 bis 12000 Seemeilen sein“, vermutet der Marine-Sprecher. Das größte Kontingent stellen die Briten. Sieben Patrouillenboote, eine Fregatte und ein Minensuchboot der Royal Navy werden in Kiel erwartet. Aus Kiels Partnerstadt Brest kommen zwei Minenabwehrschiffe.

Am Eröffnungswochenende und am Mittwoch, 20. Juni, können die Schiffe jeweils von 13.30 bis 17.30 Uhr besichtigt werden. Die Marine erwartet wieder einige Tausend Besucher zum Open Ship. Sprecher Bastian Fischborn: „Das ist für viele Menschen ein Highlight und auch ein Stück Tradition zur Kieler Woche.“ Parallel zu den Schiffsbesichtigungen wird ein attraktives Rahmenprogramm geboten: Gebirgsjäger zeigen ihr Können, ein Seaking Hubschrauber wird Einsätze simulieren, eine Drohne zu besichtigen sein und, so Fischborn: „Oliv ist auch dabei. Pioniere werden eine ihrer Faltstraßen aufbauen“.

 

Besucher können nicht nur über die Südwache an der Kreuzung Kiellinie/Brandenburger Straße auf den Stützpunkt gelangen, die Marine bietet auch kostenlose Barkassenfahrten vom Fähranleger Bellevue in Düsternbrook an. Kinder unter 14 und Menschen, die leichter sind als 48 Kilo, dürfen aus Sicherheitsgründen nicht mitfahren. Die Barkassen sind nicht barrierefrei.

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