zur Navigation springen

Kieler Woche 2017 : Mit Video: Extremsport Ocean Jump: Irre Stunts und ein paar Blessuren

vom
Aus der Onlineredaktion

In ziemlich lockerer Atmosphäre zeigten die Sportler ihre besten Sprünge im Bootshafen. Mattis Hansen heißt der neue Weltmeister.

shz.de von
erstellt am 19.Jun.2017 | 16:26 Uhr

Heiß her ging es am Sonntagabend bei der Ocean-Jump-Weltmeisterschaft. Das lag einerseits an der Sonne, die bei Beginn um 18 Uhr immer noch auf das Wasser im Bootshafen knallte, und andererseits an den 18 Finalteilnehmern, die mit ihren Bikes und Windsegeln die 14 Meter hohe Rampe runterrasten und in zehn Metern Höhe teilweise extrem gute Stunts zeigten. Das Publikum bekam an diesem Abend einiges geboten, die Ränge im sonnenverwöhnten Bootshafen waren voll.

Einziger Wehrmutstropfen: Nicht alle Springer aus der Qualifikation konnten wegen Verletzungen antreten, darunter Vorjahressieger Daniel Mende wegen einer Schultzerverletzung. Auch im Finale musste mancher abbrechen. „Man hat schon Respekt vor dem Ding", sagte Springer Matti Neitzel (24) aus Flensburg, der das zweite Mal antrat. Ocean-Jump - das ist eben Extremsport. Und den gibt's nur bei der Kieler Woche.

<p>40 Stundenkilometer schnell werden die Springer - nicht jeder bleibt ohne Blessuren.</p>

40 Stundenkilometer schnell werden die Springer - nicht jeder bleibt ohne Blessuren.

Foto: Grützmacher

„Riskiert bitte nicht zu viel", mahnte Ocean-Jump-Erfinder Alexander Lehmann vor dem WM-Springen in einer Ansprache an alle Finalteilnehmer. „Wenn man falsch aufkommt, dann rummst es doch ganz gut", sagt Neitzel. Zwei Möglichkeiten gibt es, die Rampe runterzufahren: Entweder mit einem BMX-Bike, oder auf umgebauten Skateboards mit Windsurfsegel. Mit Windsurfen an sich hat der Ocean-Jump aber trotzdem kaum zu tun: „Es ist schon sehr weit davon entfernt", sagt Neitzel, der für uns mit einer GoPro-Kamera sprang.

„Die Sprünge müssen nicht nur spektakulär und anspruchsvoll sein, sie müssen vor allem auch sauber gelandet werden. Also so, dass man auf dem Trockenen weiterfahren könnte", sagt Lehmann, der das Event vor zwölf Jahren ins Leben rief und auch heute noch mitspringt. Der beste Stunt des WM-Abends gehörte ihm: Drei Mal die 10 hieß es von der Jury - besser geht's nicht. „Ich hatte richtig Schiss", sagt Lehmann anschließend über den riskanten Sprung. Kurz danach bekam er bei seinem letzten Stunt allerdings auch drei Mal die 1 zu sehen. Glück für ihn: Alles nur Spaß, die Jury erlaubte sich einen Scherz, weil zwei von fünf Wertungen sowieso gestrichen werden.

<p>Alexander Lehmann bei einem seiner Sprünge.</p>

Alexander Lehmann bei einem seiner Sprünge.

Foto: Grützmacher
 

Spaß steht beim Ocean-Jump generell im Vordergrund, von einem verbissenen Wettkampf ist das Event weit entfernt. Die Stimmung unter den meist jungen Männern ist gut: Einer absolvierte seinen ersten Stunt im Superman-Kostüm, jeder bejubelte gute Sprünge der anderen, und abends gehen alle zusammen feiern. Zwei besondere Highlights warten außerdem am nächsten Wochenende noch auf die Biker und Windsurfer:„Das Nachtspringen ist der Favorit von uns allen. Die Flammen, die laute Musik, das pusht total und wir zeigen extra Stunts", sagt Neitzel.

<p>Durfte auch mitspringen: Superman.</p>

Durfte auch mitspringen: Superman.

Foto: Grützmacher
 

Natürlich gab es auch eine ganze Reihe von Stunts, die auf deutsch gesagt „in die Hose" gingen. Weil es den Ocean Jump nur in Kiel gibt, kann keiner vorher üben. Viele Stunts denken sich die Springer selbst aus und geben ihnen irre Namen. Nicht selten hatten die Moderatoren des Ocean-Jumps sie bei der Ankündigung nach wenigen Sekunden wieder vergessen, weil sie sich die endlosen willkürlichen Wortreihungen nicht merken konnten, die meist irgendwas mit „double", „triple", „flip" oder „roll" zu tun hatten.

  

<p>Blick von der Rampe in den Bootshafen.</p>

Blick von der Rampe in den Bootshafen.

Foto: Grützmacher

Am Ende der Weltmeisterschaft stand dann das knappeste Ergebnis, seit es den Ocean Jump gibt: Mattis Hansen gewann mit nur einem halben Punkt Vorsprung vor Alexander Lehmann und Anton Mumms, die sich den zweiten Platz teilten. Dritter wurde Marcel Pofittlich. Bei der Siegerehrung zeigte sich dann wieder, das Spaß trotz Weltmeisterschaft vor Wettbewerb steht: Nachdem Lehmann Sieger Hansen eine schöne Ladung Champagner ins Gesicht gespritzt hatte, wurde der neue Champion von seinen Kollegen gepackt und mitsamt Pokal in den Bootshafen geschmissen.

<p>Wurde unfreiwillig Baden geschickt: Der neue Weltmeister Mattis Hansen.</p>

Wurde unfreiwillig Baden geschickt: Der neue Weltmeister Mattis Hansen.

Foto: Grützmacher

Die nächsten Ocean-Jumps im Bootshafen:

  • Freitag, 23. Juni, ab 23 Uhr: Nightshow
  • Samstag, 24, Juni, ab 18 Uhr: Best-Trick-Contest
  • Sonntag, 25. Juni, ab 23 Uhr: Nightshow

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen