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"Heimat-Besuch" : Mit Peter Harry über die Schlemmer-Meile

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Er nahm sich Zeit für Besuch aus dem Koog: Landesvater Peter Harry Carstensen zog mit Bürgern aus seiner nordfriesischen Heimat über die Kieler Woche.

shz.de von
erstellt am 23.Jun.2008 | 10:02 Uhr

Kiel | Geplant war ein Bummel mit Peter Harry Carstensen über die Kieler Woche. Doch am Ende des Tages war aus der "Lustreise" in die Landeshauptstadt eine Bildungsreise für die Bürger der Gemeinde Elisabeth Sophienkoog geworden: Die "Mitbürger" des Ministerpräsidenten aus dem Nordstrander Koog wussten nicht nur wie Bratwürste, Waffeln und Backfisch an der Förde schmecken, sondern auch was der berühmte Sohn ihrer Gemeinde als Regierungschef verdient, welchen Dolch er aus Burma mitgebracht hat und was ihm die thailändische Prinzessin neulich als Gastgeschenk überreichte.
Gekommen waren sie alle aus dieser Extrem-Gemeinde: Nur einer der 34 Wahlberechtigten war zu Hause geblieben, um den Koog zu hüten, in dem "drei Prozent der Einwohner Ministerpräsident sind", wie Carstensen süffisant bemerkte. Beim Kaffeetrinken im Chefbüro wurde über große Politik diskutiert, über maßlose Managergehälter, über Kernkraftwerke, die laut Carstensen, "gut laufen, und die wir einfach abstellen", über den Unsinn, aus Getreide Sprit zu machen und über die Überrepräsentation der Lehrer in den Gemeindevertretungen. "Die haben eben viel Zeit".
Was er eigentlich den ganzen Tag so mache? "Ich gucke aus dem Fenster, von neun Uhr an, wenn das große Fährschiff kommt, bis um drei, wenn es wieder ausläuft", so Carstensen. Gelächter! Und was bekommt man so, für diesen Posten? Carsten greift zum Hörer, um sich beim Finanzminister schlau zu machen. Nicht nötig, seine "linke Hand" bringt die Gehaltsabrechnung von Mai: 11.644 Euro brutto, 7201 Euro netto. Man kennt sich bestens, da gibt es keine Geheimnisse. Überhaupt, dieses "Wir-Gefühl", man schnackt Platt, zwischendurch kümmern sich zwei Koog-Bauern um die Tomatenpflanzen, die Carstensen auf seinem Dienstbalkon züchtet. "Die Triebe müssen rausgekniffen werden, sonst wird das nichts", meint Boj Maart, der sich "zu Hause" um Carstensens Gewächshaus kümmert, "wenn der in Kiel regieren muss". Dann geht es zur Bratwurst auf die Schlemmer-Meile.

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