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Kiwo 2017 : Mikrokosmos „Muddi Markt“: Die nachhaltige Zone der Kieler Woche

vom
Aus der Onlineredaktion

Der Muddi Markt ist ein besonderer Ort auf der Kieler Woche: Hier setzt man auf Nachhaltigkeit statt Massenkonsum.

shz.de von
erstellt am 17.Jun.2017 | 11:58 Uhr

Kiel | Es ist wieder soweit: Mit einer großen Portion „Muddivation“ leistet ein kleines gallisches Sofa-Dorf auf der Holstenbrücke Widerstand gegen den Massenkonsum auf der Kieler Woche. Petra Kroll, Christin Bergmann und Kristof Jessen vom Muddi-Markt-Team erklären, worum es dem Verein geht.

Wie ist der Muddi Markt entstanden?

<p>Kristof Jessen, Petra Kroll und Christin Bergmann: In der „Alten Mu“ hat der Muddi Markt einen Raum gemietet, wo einmal im Monat ein Treffen stattfindet</p>

Kristof Jessen, Petra Kroll und Christin Bergmann: In der „Alten Mu“ hat der Muddi Markt einen Raum gemietet, wo einmal im Monat ein Treffen stattfindet

Foto: Jonna Lausen
 

„Im Grunde ist der Name aus einer Schnapsidee entstanden“, erzählt Kroll, die „Muddi vom Dienst“. Das ist sie im wahrsten Sinne des Wortes. Denn Petras Sohn, Lasse Kroll, hat den Muddi Markt gemeinsam mit ein paar Freunden aus der Taufe gehoben. Lasse studierte Nachhaltigkeit in Lüneburg und machte ein Praktikum bei einem Kieler Event-Büro. Dort bekam er die Aufgabe, ein Gelände für die KiWo zu konzipieren. Im Sinne des Nachhaltigkeitsgedankens und einem Gegenkonzept zu Konsum und „immer lauter und immer größer“ entstand der Muddi Markt, ein alternatives Musik-, Kultur- und Erlebnisareal auf der Kieler Woche.

Was ist der Muddi Markt?

<p>Wie bei Muddi. Die Sofas laden zum Bleiben ein.</p>

Wie bei Muddi. Die Sofas laden zum Bleiben ein.

Foto: Muddi Markt
 

Muddi Markt, das sind „die mit den Sofas“ an der Holstenbrücke: eine Begegnungsstätte, Kleinkunstbühne, ein kreativer Ort, der zum Mitmachen einlädt. In diesem Jahr finden im Rahmen der täglich wechselnden Thementage verschiedene Aktivitäten, Präsentationen, Mitmachprojekte und Workshops statt. Am Abend gibt es dann was auf die Ohren. Singer-Songwriter und verschiedene DJ-Sets, von Funk & Soul, Hip Hop, Reggae und Elekro ist alles mit dabei.

<p>Im vergangenen Jahr wurden aus Altglas Lampen gebaut.</p>

Im vergangenen Jahr wurden aus Altglas Lampen gebaut.

Foto: Muddi Markt
 
<p>Abends wird getanzt.</p>

Abends wird getanzt.

Foto: Muddi Markt
 

Das Programm steht und fällt mit der Muddi-Markt-Crew, die seit fünf Jahren in wechselnder Besetzung ehrenamtlich an dem Projekt mitwirkt. „Nach dem Muddi Markt ist vor dem Muddi Markt“, sagt Kristof Kroll, der von Beginn an dabei ist. Vor fünf Jahren fuhr der damalige Lehramtsstudent häufig nach Lüneburg, wo der Muddi Markt kreiert wurde. Zur Kieler Woche reisten die Muddi Markt-Gründer aus den verschiedensten Regionen an die Kieler Förde. Petra Kroll beherbergte damals die ganze Bagage und war ebenfalls von Anfang an dabei. „Anfangs  wollte ich mir einfach nur anschauen, was sie dort machen und dann war ich gleich total fasziniert von dieser Stimmung dort“, so Kroll.

Was macht die Muddi Markt-Crew außerhalb der Kieler Woche?

<p>In der „Alten Mu“ sind viele Projekte beheimatet.</p>

In der „Alten Mu“ sind viele Projekte beheimatet.

Foto: Jonna Lausen
 

Nach und nach sprangen immer mehr Kieler mit auf den Zug. Seit dem vergangenen Jahr hat der Verein, der auch über die Kieler Woche hinaus auf anderen Events zu Gast ist, einen Raum im „ Alte MU Impuls-Werk“, ein Ort für kreative Projekte, in den ehemaligen Räumen der Muthesius Kunsthochschule mitten im Zentrum der Landeshauptstadt.

Hier trifft sich der Verein einmal im Monat und kann sich mit anderen Projekten vernetzten. Christin Bergmann, Pressesprecherin, ist in diesem Jahr zum ersten Mal dabei und wurde ebenfalls gleich vom Muddi-Markt-Fieber infiziert. „Im letzten Jahr war ich als Besucher dort und es hat mir sofort gefallen", so Bergemann. Hier gebe es eben mehr als die übliche „Wurst und dem Bier“, hier passiert was, schwärmt die 26-Jährige. Sie sei besonders beeindruckt von der Menschenvielfalt, die im Rahmen dieser Plattform aufeinander treffen, sich austauschen und immer wieder neues Ideen mitbringen.

Doch es steckt auch viel harte Arbeit dahinter. „Diese besondere Stimmung bei uns, dass sich die Leute eben wie bei Muddi fühlen, dass liegt nicht zuletzt daran, dass wir hier alle freiwillig mitmachen“, so Kroll. Neben dem Kernteam, das sich monatlich trifft, lebt der Muddi Markt auch von denjenigen, die für eine Barschicht einspringen oder sich anderweitig engagieren. Finanziert wird das Projekt allein durch den Getränkeverkauf. Regionales Bier und Projekte wie Viva con Aqua und Lemonaid gehören zum Netzwerk des Muddi Marktes.

Muddi Markt feiert fünfjähriges Bestehen

In diesem Jahr wartet eine Besonderheit, denn am Samstag, 24. Juni, feiert der Muddi Markt sein fünfjähriges Bestehen und seinen Abschied von der Holstenbrücke. „Aufgrund der Kanalarbeiten können wir im nächsten Jahr nicht mehr auf die Holstenbrücke, wir hoffen natürlich, dass wir eine ähnlich zentrale alternative Fläche bekommen“, so Bergmann. „Wir haben einen anderen Starting-Point, hier wird kein Geld erwirtschaftet, hier kommen Menschen zusammen“, sagt Jessen.

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