Bilanz 2013 : Kieler Woche: "Wetter grauenhaft, Stimmung super"

Die Kieler Woche zog trotz des schlechten Wetters viele Besucher an. Foto: dpa
Die Kieler Woche zog trotz des schlechten Wetters viele Besucher an. Foto: dpa

"Fröhliche, festliche und friedliche Tage": OB Susanne Gaschke findet viel Lob für die 119. Kieler Woche. Auch Polizei und Marine und ziehen eine positive Bilanz.

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02. Juli 2013, 07:58 Uhr

Kiel | Da war sie mehr Mensch als Verwaltungschefin: "Erschöpft, aber glücklich" zeigte sich Kiels Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke (SPD) gestern bei der Abschluss-Pressekonferenz zur 119. Kieler Woche im Rathaus. Auch ihre Bilanz der zehn "fröhlichen, festlichen und friedlichen Tage" fiel knapp und direkt aus: "Das Wetter war grauenhaft", befand Gaschke, jubelte aber im selben Atemzug: "Die Stimmung war super." Sie fand noch weitere Superlative, zum Beispiel für die Mitarbeiter der Stadt und hunderte ehrenamtliche Helfer, die "Außergewöhnliches geleistet" hätten, und auch über die "Powerfrau der Kieler Woche", die behinderte Olympiaschwimmerin Kirsten Bruhn. Die Neumünsteranerin hatte das große Sommerfest mit eröffnet. Die Oberbürgermeisterin verkündete - zu niemandes Überraschung - "Das wollen wir alles nächstes Jahr wieder machen."

Zahlen, Zahlen, Zahlen bestimmten die restliche Konferenz, die auch Polizei, Marine und Kieler Yacht Club mit gestalteten. Die Zahl der Besucher: Schwer feststellbar. Pressesprecher Tim Holborn ging davon aus, dass es etwa bei den erwarteten drei Millionen Gästen blieb.Teilnehmende Nationen: Über 70 Länder. Kultur: Mehr als 2100 Einzelveranstaltungen, mehr als 250 abendliche Konzerte auf 15 Bühnen. Spiellinie: Rund 350 000 kleine und große Gäste. Eindrucksvoll auch die Fakten zum dort verarbeiteten Material: Unter anderem zwölf Tonnen Lehm, 400 Klappen Stroh, 800 Balken, 4000 Schalungsbretter, 60 Fichtenstämme, 6000 Schrauben, 150 000 Tackernadeln, 500 Liter Farbe. Segeln: Knapp 4000 Seglerinnen und Segler aus 48 Nationen, mit über 400 Starts, 32 Disziplinen, zehn Regattabahnen. Marine: 15 000 Besucher, 2 500 mehr als 2012, besichtigten an drei Nachmittagen 25 Schiffe aus elf Ländern.

Sicherheit: "Sehr zufrieden" - so das Fazit des Kieler Polizeichefs Thomas Bauchrowitz: "Es war eine friedliche Kieler Woche." Dennoch, bei 517 Einsätzen hatten die Beamten viel zu tun. So zählte die Polizei 123 angezeigte Rohheitsdelikte, etwas weniger als im Vorjahr (151). Das Sicherheitskonzept sei "mal wieder aufgegangen", sagte Bauchrowitz selbstbewusst: "Es gab keine schweren Verletzungen oder Ausschreitungen." Mit 91 Anzeigen liege die Zahl der weniger schwerwiegenden Körperverletzungen etwa auf dem Niveau des Vorjahres. 104 Mal seien Störenfriede des Platzes verwiesen worden. Nachts ging es grundsätzlich heiß her, wenn in der Innenstadt weiter gefeiert wurde. 71 Volltrunkenen wurde geholfen, 17 von ihnen wurden im Gewahrsam versorgt. Besonders im Blick hatte die Polizei Heranwachsende in puncto Alkohol. Gut 1000 Kinder und Jugendliche seien angesprochen worden, davon hätten 306 Jugendliche Alkohol konsumiert, acht von ihnen seien stark angetrunken gewesen. "Fünf mussten medizinisch betreut werden", erklärte der Polizeichef. Die gute Nachricht: "Es wurden keine alkoholisierten Kinder angetroffen."
Verteilte Knöllchen und abgeschleppte Autos: Die Zahl hatte die Stadt noch nicht parat. Sonnenstunden: Überschaubar. Haben die Veranstalter aber nicht gezählt.

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