Bühnen-Sicherheit : Kieler Woche: Ampel rot – Konzert voll

Kieler Woche an der Bühne am Ostseekai: Wenn sich hier die Besuchermassen drängeln, ist ein Sicherheitskonzept notwendig.
Kieler Woche an der Bühne am Ostseekai: Wenn sich hier die Besuchermassen drängeln, ist ein Sicherheitskonzept notwendig.

Neue Ideen für weniger Frust auf der Kieler Woche: Die Veranstalter von Konzerten und Public Viewings begrenzen die Besuchermenge auf 12.000 Personen an den Bühnen an Hörn und Ostseekai. Ein Ampelsystem an der Hörn weist auf die Kapazitäten hin.

shz.de von
14. Juni 2014, 04:46 Uhr

Kiel | Bis zu 12.000 Konzertbesucher passen auf die Fläche vor der Hörnbühne. Bei dem wohl größten Musik-Event der diesjährigen Kieler Woche – dem Auftritt von US-Sängerin Anastacia am Freitag, 27. Juni (19 Uhr) – wird diese Kapazität vermutlich ausgeschöpft werden. Ein neuartiges Ampelsystem signalisiert den Fans in diesem Jahr bereits im Vorfeld auf West- und Ostufer, ob sich der Weg an die Hörn überhaupt lohnt. Vier Ampeln auf großen Torbögen zeigen an, wie gefüllt das Gelände an der Hörn bereits ist.

Grünes Licht heißt, wenig überraschend: Es gibt noch genug Platz. Gelb bedeutet, dass die Fläche sich schon deutlich füllt – und Beeilung gefragt ist. Bei Rot geht nichts mehr. Der Zugang zur Bühne wird abgesperrt. „Vor Ort wird kontrolliert, wie viele Menschen sich auf der Fläche befinden“, erklärt RSH-Sprecherin Katrin Haltermann. „Es macht keinen Sinn, noch Leute hineinzulassen, die dann nichts mehr sehen oder hören können.“ Denn die Bühne befindet sich in diesem Jahr ein Stück nach hinten versetzt, die Fläche ist dadurch vergrößert worden. Durch den Einbezug des Hörn-Campus-Gebäudes ist allerdings auch eine Art toter Winkel entstanden: Wer sich vor dem Gebäude befindet, hat kaum Sicht auf das Geschehen auf der Bühne.

Grundsätzlich sollen mehrere Zugänge den Besucherstrom entzerren. Wenn die Fläche abgeriegelt ist und man dennoch auf die andere Seite der Hörn möchte, führt nun ein Weg hinter dem Hörn-Campus auf die jeweils andere Seite.

Dieses System soll die Sicherheit bei den Konzerten auf der Bühne der privaten Radiosender RSH, Delta Radio und Radio Nora unterstützen und Frust der Fans vermeiden. Nach einer mehrjährigen Pause sind die Sender mit eigenem Gratis-Programm wieder dabei.

Um die Sicherheit der Besucher der Kieler Woche und der Konzerte zu gewährleisten, haben alle Veranstalter Konzepte erstellt und mit den Behörden abgestimmt. Schließlich drängen sich die Massen auf kleinen Flächen – und ein Drama wie bei der Love Parade in Duisburg vor vier Jahren, als 21 Teilnehmer starben und hunderte verletzt wurden, soll um jeden Preis verhindert werden.

Auch der Norddeutsche Rundfunk (NDR) muss den Andrang von tausenden Besuchern an seiner Bühne am Ostseekai regeln – gerade bei den Übertragungen der Fußball-WM-Spiele und während großer Konzerte wie etwa von Frida Gold (29. Juni, 21 Uhr). Dabei kommen Eingangsschleusen ebenso zum Einsatz wie „moderative Ansagen“ auf den großen Leinwänden. „Wir haben unser Konzept nach der Gefahrenanalyse durch die Feuerwehr Kiel ausgerichtet“, sagt Annika Heuseler vom NDR, „danach richtet sich der Personaleinsatz. Bei Veranstaltungen mit hohem Besucheraufkommen wie den Public Viewings zur Fußball-WM (21. und 26. Juni) gelten erhöhte Sicherheitsvorkehrungen – wie im Fußballstadion.“ Normalerweise gebe es drei Eingänge zum Gelände. Diese würden dann auf einen großen mit mehreren Schleusen reduziert – und das Publikum werde gezählt. „Ebenso dürfen keine gefährlichen Gegenstände wie Glasflaschen oder große Fahnen hineingebracht werden“, so Annika Heuseler. Auch ein Abtasten der Besucher sei möglich. Bei der Mitnahme von Regenschirmen gebe es einen gewissen Spielraum. Vuvuzelas hingegen seien wegen ihres Lärms unerwünscht, hieß es.

Es gibt zudem eine zweite Absperrung vor der Bühne. Durch zusätzliche halbhohe Zäune wird eine Rettungsgasse eingerichtet, durch die Sicherheitspersonal oder Sanitäter schneller eingreifen und helfen können. Bei einer Kapazität von 12 000 Personen werden die Eingänge geschlossen, wie bei der Bühne an der Hörn, um die Sicherheit zu gewährleisten. Die Ausgänge des Geländes bleiben aber jederzeit offen.

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