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Kiwo 2015 : Kieler Seglerinnen träumen von Olympia am Zuckerhut

vom
Aus der Onlineredaktion

Leonie Meyer und Elena Stoffers starten auch bei den Segelwettbewerben in Schilksee - obwohl sie von der Kieler Woche nicht viel halten.

Schilksee | Kiel ist für sie ihr Zuhause, doch von der Kieler Woche halten Leonie Meyer und Elena Stoffers herzlich wenig – zumindest aus sportlicher Sicht. „Das sportliche Niveau sinkt seit Jahren immens“, sagt Stoffers. „Die Antrittsgebühr ist sehr hoch, und im Gegenzug wird den Sportlern wenig geboten, da haben sich andere Regatten viel besser entwickelt.“

Die 27-jährige Kielerin muss es wissen, schließlich ist sie seit Jahren Stammgast auf der Kieler Woche: Mit fünf Jahren hat sie mit dem Segeln begonnen und ihr Hobby vor drei Jahren zum Beruf gemacht – gemeinsam mit der 22-jährigen Meyer. Die gebürtige Osnabrückerin lebt mittlerweile ebenfalls in Kiel. Rund zehn Stunden widmet sich das Duo täglich dem Segeln, um seinen großen Traum zu erreichen – einen Startplatz an den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro in der 49erFX-Klasse. „Wir sind vier etwa gleichstarke Teams in Deutschland, von dem aber nur eines an den Spielen teilnehmen darf“, berichtet Stoffers.

Wer tatsächlich die deutschen Farben in Brasilien vertreten darf, entscheidet sich nach drei Regatten in Porto, Florida und Palma de Mallorca, die zwischen Anfang Juli und April stattfinden. Auf dem Weg dorthin legen die beiden Sympathieträgerinnen einen Zwischenstopp bei der Kieler Woche ein. „Einige unserer größten Sponsoren sind hier auch vertreten, daher ist für uns eine Teilnahme Pflicht und Vergnügen zugleich“, sagt Stoffers. „Denn die Kiwo ist auch eine super Gelegenheit, Familie und Freunde zu treffen.“

Aus sportlicher Sicht ist das weltgrößte Segelevent allerdings keine Bereicherung für die beiden. „Die Startgebühr beträgt mindestens 350 Euro, aber das Rahmenprogramm in Schilksee ist äußerst dürftig.“ So gebe es auch für die Sportler nur Essen zu überteuerten Preisen, keine Rückzugsmöglichkeiten und kaum Möglichkeiten oder Angebote für gesellige Abende mit anderen Seglern, dafür umgekehrt meistens schlechtes Wetter. „Zudem gehört die KiWo nicht mehr zu der sportlich interessanten World-Cup-Serie“, ergänzt Meyer. „Und der späte Juni-Termin liegt äußerst ungünstig, nämlich mitten in der Wettkampfsaison.“

Doch bei aller Kritik war die Vorfreude der beiden auf die Kieler Woche groß. „Obwohl in Schilksee unser Stützpunktsitz ist, sind wir dieses Jahr während der Kieler Woche zum ersten Mal hier gesegelt“, berichtet Stoffers. Den Großteil des Jahres ist das Duo für Wettkämpfe oder Trainingslager im Ausland unterwegs. „Allein der Transport mit dem Auto dauert teilweise mehrere Tage, wo wir nur auf der Straße unterwegs sind“, sagt Meyer. „Wir verbringen mehr Zeit miteinander als ein Ehepaar, da ist es wichtig, dass wir uns auch privat gut verstehen.“

Doch dann gibt es für die beiden auch andere Themen als das Segeln. Stoffers: „Mir ist es wichtig, auch Freunde zu haben, die damit nichts zu tun haben – das ist wichtig als Ausgleich.“ Apropos Ausgleich: Den hat das Duo trotz des stressigen Profisports auch durch das Studium: Während die gelernte Physiotherapeutin Stoffers Agrarwissenschaften in Kiel studiert, ist Meyer für Energie- und Umwelttechnik in Hamburg eingeschrieben. „Es gibt schließlich auch ein Leben nach dem Sport“, sagt Stoffers. Dies ruht aber in den kommenden Monaten, in denen die beiden alles der Olympia-Teilnahme unterordnen. Den Grundstein dafür wollen sie in ihrem Zuhause legen – in Kiel.

Mehr zur Kieler Woche auf www.shz.de/kielerwoche.

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