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Interview : "Kiel läuft" - auch nach 41 Jahren noch

vom

Pünktlich zur Kieler Woche wurde das neue Regattahaus feierlich eingeweiht - realisiert mit Hilfe der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung und ihrem Vorsitzenden Prof. Dr. h.c. Berthold Beitz.

shz.de von
erstellt am 26.Jun.2008 | 08:57 Uhr

Schilksee | Herr Prof. Beitz, mit Ihrer Stimme im Vergabeausschuss 1967 haben Sie die Olympischen Spiele nach Kiel geholt und den Grundstein für die Entwicklung in Schilksee gelegt. Wenn Sie das Olympiazentrum heute sehen, haben Sie sich die Entwicklung so vorgestellt?

Prof. Beitz: Ich erinnere mich sehr genau an die Entscheidung, die wir in der Kommission des Olympischen Organisationskomitees getroffen haben: 3:2 für Kiel. Ich habe auf Kiel gesetzt - der großen Tradition der Kieler Woche wegen und wegen der einmaligen Chance für eine Stadt, die wie keine andere für den Segelsport steht. Es war damals schon abzusehen, welchen Aufschwung der Segelsport nehmen würde. Wie kaum ein anderer Austragungsort Olympias war in Kiel die langfristige Nutzung der Olympiabauten gewährleistet. Es ist aber nicht nur ein vorbildliches Segelzentrum entstanden mit allem, was dazugehört. Olympia brachte fünf neue Segelhäfen an die Förde, Neubauten für Rathausplatz und Stadttheater und den Ausbau der Uferpromenaden am Hindenburgufer und von Strande nach Bülk.

Haben Sie eine Vision für Kiel?

Prof. Beitz: Wenn ich als Vorsitzender des Olympischen Segelausschusses nach dem Stand der Vorbereitungen gefragt wurde, konnte ich sagen "Kiel läuft". Auch heute kann ich beim Blick auf Schilksee mit Zufriedenheit nur sagen "Kiel läuft". Wichtig ist aber für Kiel, immer an der Qualität weiterzuarbeiten. Auch international ist das Niveau der Infrastruktur von Segelzentren immer weiter gewachsen. Kiel sollte alles daran setzen, die Qualität der Häfen, der Bauten, aber auch der Betreuungsangebote für den Segelsport auf hohem Nivea zu halten und zu entwickeln. Dann habe ich keine Sorge, dass Kiel weltweit Nr. 1 im Segeln bleibt.

Welche Rolle spielt die Kieler Woche?

Ich verfolge diesen Höhepunkt des internationalen Segelsports nun schon seit über 50 Jahren. Wenn ich nur konnte, war ich mit der Germania VI dabei. Auch in Erinnerung an Alfried Krupp, dem großen Freund und Förderer des Segelns. Ihm würde es gefallen, zu sehen, welch ungeheuren Aufschwung dieser Sport genommen hat. Gerade auch bei ganz jungen Leuten. Es war eine glänzende Idee von Kiel anzustreben, dass jedes Schulkind zum Segeln geführt wird. Dafür gibt es keine bessere Motivation als die Regatten der Kieler Woche.

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