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Kieler Woche 2015 : Kein Alkohol setzt sich durch: Junge Bühne feiert Jubiläum

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Auf der Kieler Woche wird gefeiert – meistens feucht-fröhlich. Warum sich eine Bühne ganz besonders gegen Alkohol sträubt.

shz.de von
erstellt am 27.Jun.2015 | 12:32 Uhr

Kiel | Alkohol und Kieler Woche: Das gehört zusammen. So zumindest der Eindruck, den der Segelwettbewerb vermittelt. Jedoch nicht komplett. Am Ratsdienergarten verzichtet man beispielsweise komplett auf jegliche Rauschmittel.

Das Konzept wurde anfangs belächelt, erinnert sich Burkhardt Richard, der 2005 zu den Gründern der Jungen Bühne gehörte. Denn ohne den Verkauf von alkoholischen Getränken „wird vor allem die Finanzierung eines solchen Events schwierig“, erklärt er. Doch der Auftrag des Kieler Jugendrings und der Mädchen- und Jugendtreffs der Landeshauptstadt Kiel, die in Kooperation die Junge Bühne ins Leben gerufen haben – ist wichtiger, als der reine Gewinn.

An die Anfänge der Aktion kann sich der 51-Jährige  noch gut erinnern: „Angefangen haben wir ganz klein. Mit sechs Tagen Programm, 24 Bands und einer Bühne von 24 Quadratmetern.“ Sein Team bestand damals aus nur 16 Personen und es gab genau einen Sponsor. „Die Junge Bühne ist aber stetig weiter gewachsen. Es kamen immer mehr ehrenamtliche Helfer und Sponsoren dazu. Dafür sind wir sehr dankbar.“ In diesem Jahr ist die Bühne dreimal so groß wie zu Beginn und alle zehn Tage der Kieler Woche sind vollgepackt mit Programmpunkten. Über dreißig Bands aus ganz Schleswig-Holstein dürfen dabei auftreten. Sie alle wurden von über 300 Jugendlichen zuvor in einem Live-Voting ausgewählt. Eine von ihnen war schon im ersten Jahr der Jungen Bühne zu hören. „Dog Compound sind eine Band aus Kiel. Sie waren nicht nur die erste Band, die auf der Jungen Bühne aufgetreten sind, auch jetzt – zehn Jahre später – standen sie als erste auf der Bühne. Natürlich sind alle Bandmitglieder etwas älter geworden“, erzählt Richard und lacht.

Unterstützt werden er und sein Team seit 2008 durch den Hauptsponsor Wittenseer Quelle und außerdem durch die Landeshauptstdt Kiel, durch Brotgarten und Kiel Kaffee. „Uns ist es wichtig, auch einen gesunden Lebensstil vorzuleben. Darum sind alle Leckereien, die wir im Ratsdienergarten anbieten Bio und aus der Region“, erklärt der 51-Jährige. In diesem Jahr, so sagt er, war die Organisation so entspannt wie nie, da alle Beteiligten zu einer großen Familie zusammengewachsen seien. „Wir sind eine bunte Mischung aus allen sozialen Schichten. Das wichtigste ist sowieso, dass wir alle Spaß daran haben“, bekräftigt er.

Seine Motivation bleibt auch nach zehn Jahren der Wunsch, „das Gefühl, auf einer Bühne zu stehen an andere weiterzugeben“. Denn Burkhardt Richard gehörte selbst in den 80er Jahren zu einer Rockband und kennt den Kick kurz vor dem Auftritt nur allzu gut. Kein Wunder, dass das Konzept so großen Anklang findet, denn hier dürfen die Besucher noch mitbestimmen. Und bald, so hofft der 51-Jährige, wird es vielleicht auch eine Schleswig-Holstein-weite Junge Bühne geben. Oder einen Auftritt in Berlin auf dem Tempelhofer Feld. Bis es soweit ist, werden aber erst einmal die Städtepartnerschaften mit Brest und Gdynia in Polen ausgebaut. „Wir haben die beste Band aus Kiel, The right Season, bereits nach Brest geschickt, wo sie vor 14.000 Menschen aufgetreten sind. Demnächst geht es für Kiels besten Singer und Songwriter dann nach Gdynia.“

 

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