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Aktiv für die Aktiven : Herr über die Bits und Bytes bei der Kieler Woche

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Stefan de la Motte sorgt dafür, dass im Olympiahafen Kiel-Schilksee alle vernetzt sind. Dort ist er zuständig für alle Server, Computer, Drucker.

shz.de von
erstellt am 23.Jun.2008 | 08:42 Uhr

Relativ ungestresst verschränkt Stefan de la Motte die Arme hinter dem Kopf. Auf dem Bildschirm vor ihm blinkt keine Warnmeldung, das Telefon ist still, das Headset vom Handy liegt neben der Tastatur - die Ohren sind frei zur Kommunikation. Fünf unbesetzte PC-Stationen um ihn herum. Der Blick geht hinaus über das Hafenvorfeld aufs Wasser - Stille im Raum des Obergeschosses im neuen Regattahaus und zwei Erkenntnisse: "Wenn das Telefon nicht klingelt, funktioniert alles. Das ist gut", sagt de la Motte. Und: "Endlich haben wir freien Blick aufs Wasser." Das ist gut für den Herrscher über die Bits und Bytes, der sonst vom Geschehen auf dem Wasser nur wenig mitbekommt.
Server, Netzwerke, Computer, Drucker und die Ergebnis-Erfassung sind sein Job und der seiner Crew bei der Kieler Woche. Zwischendurch findet der 45-jährige, gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann Zeit, um im Pressezentrum interessante Vorträge über "Switch" und "Hub" zu halten.
Der Unbedarfte lernt: Beides sind Verteiler. Der "Switch" ist schlau, weil er einen Rechner eingebaut hat. Der "Hub" ist doof, weil er keinen Rechner hat. Dafür ist der "Switch" laut. "Aber das hört man später gar nicht mehr", fegt de la Motte völlig unaufgeregt Bedenken wegen der Geräuschkulisse vom Tisch.
Stress scheint de la Motte, der 1979 mit der Auswertung der Windsurf-WM bei der Kieler Woche begann, nicht wirklich zu kennen. Zumindest wirkt es so. Im vergangenen Jahr, als für eine Zeit lang in Schilksee das Netz zusammengebrochen war, kam der ehemalige 420er-Segler auf Touren. Heute ist so ein Ausfall praktisch unmöglich. "Jetzt haben wir zwei Netze. Intern und öffentlich. Da kann nichts mehr passieren", beschreibt er den Beruhigungsfaktor.
Zu der Zeit, als das Segeln auf dem Brett noch exotisch war, stand Surfer de la Motte vor der Frage, professionell oder nicht. "Das wäre aber einfach zu zeitaufwändig geworden", sagt der EDV-Mann der "KiWo", der mittlerweile zu den dienstältesten im Regatta-Ausschuss gehört. Und dann klingelt doch noch das Telefon. Kein Software-Problem - ein Sanitär-Problem. Im "Erstberuf" arbeitet de la Motte im Management der Nordic Hotelkette in Kiel. Und irgendwo ist das warme Wasser ausgeblieben. Zwei weitere kurze Telefonate lösen das Dilemma.
Urlaub gibt es während der Kieler Woche für de la Motte nicht. Morgens Büro, dann Schilksee, abends noch mal Büro und das 14 Tage lang. Beim Stichwort "Multitasking" lächelt der Autodidakt in Sachen EDV. "Meine Frau bekommt mich in dieser Zeit selten zu sehen", sagt er. Doch die hat selbst wenig Zeit, weil sie sich den vielen Familiengästen widmen muss, die sich zur Kieler Woche einquartieren. Sollten es einmal zu viele werden, hätte der Mann mit dem Doppel-Job sicher ein Ausweichquartier parat - da wäre de la Motte total ungestresst.

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