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Kieler Woche 2015 : Heiko macht den Dreck weg

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Unterwegs mit der Straßenreinigung: Die Crew der Abfallwirtschaft Kiel schiebt Doppelschichten, damit die Landeshauptstadt nicht im Müll versinkt.

shz.de von
erstellt am 23.Jun.2015 | 06:00 Uhr

Heiko Heidmann räumt den Müll der KiWo-Besucher auf.
Heiko Heidmann räumt den Müll der KiWo-Besucher auf. Foto: Josefine Rosse

Heiko Heidmann räumt auf. Und zwar nicht bei sich Zuhause, sondern an der Kiellinie. Dann, wenn alle anderen noch schlafen, setzt er sich in seine Kehrmaschine und fegt den Müll vom Vortag zusammen. Kein Problem, sagt Heidmann. Er erledige den Job mittlerweile seit 37 Jahren, sei sozusagen ein alter Hase in der Straßenreinigung. Um drei Uhr morgens aufzustehen, daran hätte er sich längst gewöhnt. Schließlich wolle er nur, dass sich die Kieler und ihre Gäste wohl fühlen. Und auf seinen Touren durch die Stadt hätte er im Laufe der Jahrzehnte nicht immer nur Glasflaschen und Plastikbecher gefunden. „Mir sind Männer mit Liebeskummer begegnet und solche, die nicht mehr wussten, wo sie sich überhaupt befinden“, erzählt er.

 

Heiko Heidmann im Einsatz.
Heiko Heidmann im Einsatz. Foto: Josefine Rosse

Heiko Heidmann gehört zum Team der Abfallwirtschaft Kiel. Während der Kieler Woche sind er und seine Kollegen im Sondereinsatz. „Sieben Teams mit 13 bis 18 Leuten sind unterwegs und beseitigen von der Hörn bis zur Kiellinie und in Schilksee die Reste vom Vortag“, erklärt Jürgen Monzer, stellvertretender Betriebsleiter des Abfallwirtschaftsbetriebes. Rund 1000 Müllbehälter müssten täglich entleert werden. Hinzu käme die Reinigung der Veranstaltungsflächen, Straßen und Wege. 70 Fahrzeuge werden dafür bereitgestellt. „Wir merken immer, wenn am Vorabend gute Bands aufgetreten sind. Dann wird gefeiert und dann haben wir wirklich gut zu tun“, so Monzer. Im vergangenen Jahr haben die Männer der Abfallwirtschaft insgesamt 280 Tonnen Müll eingesammelt. 2013 seien es 350 Tonnen gewesen. „Es gab Jahre da standen wir kniehoch im Müll“, erinnert sich Monzer. Das ist längst vorbei. Vor sechs Jahren hat die Abfallwirtschaft ein Trennsammelsystem eingeführt – seitdem gibt es auf der Kieler Woche Restmüll- und Glastonnen. „Das hat ökonomische Gründe. Wenn wir alles in einem Topf schmeißen, ist das kostspieliger“, sagt Monzer. Die Kosten für die Entsorgung überträgt die Abfallwirtschaft aufs Kieler Woche-Büro. „Die Organisatoren holen sich das Geld von den Buden-Betreibern zurück“, so Monzer.

 

Früh am Morgen wartet die Reinigungskolonne auf ihren Einsatz.
Früh am Morgen wartet die Reinigungskolonne auf ihren Einsatz. Foto: Josefine Rosse

Die Straßenreinigung Kiel ist nicht nur an Land, sondern auch im Wasser unterwegs. Mit ihrem  40-PS-starken „Schiermoker“ fischen sie jeden Tag zwischen 14 und 22 Uhr den Schwimmmüll aus der Förde. „Das liegt eigentlich gar nicht in unserem Verantwortungsbereich. Wir wollen die Segler nur darauf hinweisen, dass sie nichts über Bord werfen“, erläutert Rolf Eichholz von der Abfallwirtschaft Kiel. „Einmal haben wir ein volles Bierfass gefunden – und es natürlich zurückgegeben.“

Achtlos weggeworfen: Flaschen, Becher, Zigarettenpackungen.
Achtlos weggeworfen: Flaschen, Becher, Zigarettenpackungen. Foto: Josefine Rosse
 
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