Gentleman : "Eine unglaubliche Chemie"

Für Reggae-Künstler Gentleman hörte sogar der Regen auf. Foto: jup
Für Reggae-Künstler Gentleman hörte sogar der Regen auf. Foto: jup

Tilmann Otto alias Gentleman gilt als Deutschlands erfolgreichster Reggae-Künstler und ist auch auf Jamaika ein Star. Am Sonnabend spielte er mit seiner Band auf der Unser-Norden-Bühne.

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20. Juni 2011, 08:35 Uhr

Kiel | Gerade ist dein Album "Diversity" als Live-CD und Live-DVD erschienen. Was ist das Besondere an Konzerten. Wie beeinflussen sie deine Musik?
Da entsteht eine unglaubliche Chemie an den Abenden. Die Musik ist eine völlig andere, als die im anonymen Studio aufgenommene. Ich liebe live-Auftritte. Als Künstler hat man eine ganz andere Möglichkeit das Publikum zu erreichen. Das ist sehr intensiv.
Du trittst heute Abend mit einer neuen Band "The Evolution" auf. Früher hat dich die "Far East Band" begleitet. Was hat sich geändert?
Im Kern ist es die selbe Band. Nur der Drummer hat gewechselt. Wir hatten uns in unterschiedliche Richtungen entwickelt. Außerdem unterstützen mich nun zwei Keyboarder statt zwei Gitarren, dadurch haben wir musikalisch noch mehr Möglichkeiten.
Welche Projekte planst du in Zukunft?
Gerade sind wir viel international unterwegs. Im Oktober setzen wir unsere Amerika-Tour fort. Dann geht es nach Costa Rica, Venezuela und Brasilien, im Anschluss an die Westküste der USA. Es ist ein absolutes Geschenk, dass meine Musik global ankommt.
Wie beurteilst du, dass sich der elektronische Teil des Raggae – Dancehall – zurzeit in den deutschen Charts so durchsetzt?
Ich finde es okay, das muss es auch geben. Gerade deshalb liebe ich diese Musik ja auch, weil sie so vielfältig ist. Der traditionelle, handgemachte Roots-Reggae wird niemals sterben. Aber der moderne, eher elektronische Dancehallsound bringt eine neue Facette. Ich glaube und hoffe, dass Texte in Zukunft eine größere Rolle spielen. Texte, die auch was aussagen und nicht nur auf den Reim wert legen.
Du unterstützt die in Hamburg gegründete Trinkwasserinitiative "Viva con Agua" – wie wichtig ist dir Wohltätigkeit und Musik zu verbinden?
Ich habe eine gewisse Verantwortung, denke ich. Als Person die in der Öffentlichkeit steht, kann ich Denkanstöße geben und zu einer Veränderung beitragen. Das ist irgendwo auch ein großes Stück Pflicht, die ich aber gerne tue.
Die Kieler Woche ist das größte Segelsportfest der Welt. Wie wasseraffin bist du?
Ich fühle mich am Wasser einfach wohl. In Köln lebe ich mit meiner Familie direkt am Rhein und träume immer davon, irgendwann mal einen Segelschein zu machen. Ein Konzert wie heute Abend, mit Meerblick, ist perfekt. Da kann ich sogar den Regen vergessen.
Pünktlich zu den ersten Klängen des Konzerts setzte sich die Sonne durch und während der anderthalb Stunden Musik fiel nicht ein Regentropfen.

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