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Neue Klasse : Ein "Welcome" mit "Motten"-Alarm

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Auftakt nach Maß - bei besten Bedingungen starteten gestern auch die Regatten bei der 126. Kieler Woche.

shz.de von
erstellt am 22.Jun.2008 | 12:02 Uhr

Kiel | Eckhard von der Mosel strahlte mit der Sonne um die Wette. Bei traumhaften Bedingungen mit westlichen Winden an die fünf Beaufort und Sonne satt fiel gestern der Startschuss zur 126. Kieler Woche. "Das ein guter Auftakt für eine hoffentlich tolle Segelwoche", meinte der Organisationsleiter für die Seebahnen.
Beim Start des Welcome-Race der Hochseesegler direkt vor der Kulisse des Hindenburg Ufers hatte das Kieler Woche-Publikum einen traumhaften Blick auf 135 Yachten, die auf einen gut 28 Meilen langen Kurs gingen. Die Mittelstrecken-Regatta war gleichzeitig Auftakt der Internationalen deutschen Meisterschaft der Seesegler, die noch bis Dienstag ihre Titelkämpfe in den drei Klassen ORC I, ORC II, ORC III /IV austragen. "Sensationelles Segelwetter", schwärmte Christopher Wuttke, der mit seiner neuen "Gutsn Glory" (Rogers 46) als erste Yacht im Ziel war. Für die Meisterschaften hat sich das Team aus Bückeburg noch nicht gemeldet. "Noch müssen wir uns an das Schiff gewöhnen. Im nächsten Jahr könnte die IDM ein Thema werden", meinte Wuttke.
Für Christian Plump ist Meisterschaft immer ein Thema, etliche davon hat der Bremer schon eingeheimst. Gefühlt lief es für die "Beluga"-Crew (Rodman 42) in der Klasse ORC I noch nicht optimal. "Besonders spannend war das nicht", übte der Bremer Kritik am Kurs. "Dreiviertel der Strecke liefen wir unter Spinnaker", meinte Plump und setzt nun auf die Up-and-down-Kurse in den nächsten Tagen. Gewonnen hat die Auftaktregatta die "Unique"(J/V49) von Bernd Kriegel und ist damit auch Sieger des Senatspreises. Zweiter wurde die "Beluga" vor der "Topas" (Mumm 36) von Harald Brüning.
Während die "Dicken" aus der Kieler Bucht auf schnellem Vorwindkurs Richtung Stollergrund segelten, startete auf den Bahnen Bravo bis India die Internationalen Klassen ihre Rennen. Drachen und H-Boote, Folkeboote und 420er kreuzten über die Bahnen - es herrschte reger Regattabetrieb.
Auf Bahn Hotel war "schwerer Motten-Alarm". International Moth Class ("Motte") ist die Jahresklasse bei der Kieler Woche. Spektakulär und Publikumswirksam kommen sie daher, die "Motten", die in die Strander Bucht eingefallen sind. Noch Segelboot oder schon Tiefflieger? Gleich 30 dieser "fliegenden Gefährte" sind am Start, so eine große Veranstaltung gab es für diese Klasse noch nie. Wer sie nicht gestern zum Auftakt des Internationalen Teils der Kieler Woche schon beobachtet hat, der kann noch bis Dienstag diese Bootsklasse bewundern. Auch Rolf Bähr, Präsident des Deutschen Segler-Verbandes, war von der Dynamik in dieser Klasse begeistert. "Motten kucken kommen vor Strande"- dazu ruft Peter Kohlhoff auf. Der Mann aus Strande ist einer von 22 Deutschen am Start des internationalen Feldes und hat für die Kieler Woche trainiert wie lange nicht mehr. Immer wieder Wenden und Halsen und Halsen und Wenden. "Geradeaus segeln kann mit den Dingern auch ein mittelmäßiger Segler", sagt Kohlhoff.
Der moderne Blaidrider - quasi die Klasse in der Konstruktionsklasse der Motten - hebt sich schon bei geringer Geschwindigkeit mit dem Rumpf aus dem Wasser, nur die Kielfinne und das Ruder mit ihren kleinen Tragflügeln haben noch Verbindung zum nassen Element. Ein Ritt auf der Rasierklinge. Mit bis zu 30 Knoten Geschwindigkeit, was ungefähr 55 km/h entspricht, fliegen die Motten übers Wasser. "Nicht leicht zu segeln, aber es bringt unheimlich viel Spaß", sagte Kohlhoff, der immerhin einen "Highscore" von 23,6 Knoten für sich vermelden kann. "Die Jungs auf den Speed-Booten müssen den Gashebel dann schon ganz umlegen." Trotz einiger spektakulärer Kenterungen belegte Kohlhoff nach dem ersten Tag den achten Platz. Bester Akrobat auf der Motte scheint der Brite Adam May zu sein. Drei Tagessiege sind eine stolze Bilanz.

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