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Wasserschutzpolizei : "Die Kieler Woche ist ein harter Törn für alle"

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Segler, Regattabegleitboote und Traditionsschiffe sorgen zur Kieler Woche für dichtes Gedränge auf der Förde - Großeinsatz für die Wasserschutzpolizei.

shz.de von
erstellt am 27.Jun.2008 | 09:05 Uhr

Kiel | Ein Radrennen im Alltagsgeschäft auf der Holstenstraße? Unmöglich. So ungefähr aber muss man sich die Regatten zur Kieler Woche vorstellen. Während die großen Passagierfähren und andere Berufsschiffe die Förde auf- und abfahren, um ihrem Geschäft nachzugehen, kämpfen mittendrin die Segler um Titel. Damit nichts passiert, ist die Wasserschutzpolizei mit neun Booten und 65 Mann im Einsatz.
Neun Regattabahnen im Bereich der Kieler Förde, der Strander Bucht und am Eingang der Eckernförder Bucht gilt es für die Beamten im Auge zu halten. "Wir achten darauf, dass die Regatten ohne Störung laufen können, dass zum Beispiel keine Begleitboote in die Bahnen kommen und Gefahren produzieren", erklärt der Bootsführer des Küstenboots "Falshöft", Polizeihauptkommissar Benno Kaczenski. Die Kollegen Bernd Jens und Jan Zille halten am Fernglas die Augen offen, während der zweite Bootsführer, Hauptkommissar Jochen Sturm, über das Radar und das Automatische Identifikationssystem (AIS) herannahende Schiffe ausmacht und Kontakt zu ihnen aufnimmt, sie auf das Regattafeld hinweist und um Vorsicht bittet. Sturm hält außerdem Verbindung zum Schlauchboot der "Falshöft", mit dem Polizeihauptmeister Udo Bergmann und Polizeiobermeister Marcus Makarinus unterwegs sind. Sie sind schnell zur Stelle, als es zum Beispiel darum geht, einen Segler abzusichern, dessen Spinnaker im Wasser liegt und der dadurch manövrierunfähig geworden ist. Auch eine Yacht, die eine andere im Schlepp hat und droht, zu nah an die Regattateilnehmer zu kommen, bringen die beiden auf den richtigen Kurs. Wann sie und ihre Kollegen wieder vor der Wache festmachen werden, ist offen. "Feierabend ist dann, wenn die Regatten zu Ende sind", sagt Kaczenski. "Wenn kein Wind ist, kann das schon Mal bis Sonnenuntergang dauern."
Werben für das Anlegen von Rettungswesten
Ab 17 Uhr macht sich die Sondereinsatzgruppe bereit. Sie hat ein Auge auf das Hafenvorfeld in Schilksee, wo es in jedem Jahr wieder viele Diebstähle gäbe und auch mit Störungen zu rechnen sei, sagt Uwe Marxen, Leiter des Wasserschutzpolizeireviers Kiel. Außerdem kontrollieren sie die Steganlagen, die Jugendliche gern nutzten, um bei mitgebrachtem Alkohol zu feiern, berichtet Marxen. Und auch der ein oder andere Skipper wird von ihnen ins Visier genommen. Denn die Wasserschutzpolizei habe sich mit der Aktion "Skippers Sicherheitstipps" auf die Fahnen geschrieben, das Sicherheitsbewusstsein zu schärfen. Und die Kieler Woche sei eine gute Gelegenheit, unter anderem für das Anlegen von Rettungswesten zu werben, sagt Marxen.
Die Höhepunkte der Kieler Woche-Einsätze stehen den Kollegen der Wasserschutzpolizei, die für diese Tage Unterstützung aus Flensburg, Heiligenhafen, Travemünde, Brunsbüttel und Husum bekommen haben, mit der Windjammerparade morgen und dem Feuerwerk am Sonntag noch bevor. Die körperliche Belastung sei hoch. Marxen: "Die Kieler Woche ist ein harter Törn für alle Kollegen." Trotzdem seien sie motiviert dabei. Denn sie seien aus Überzeugung bei der Wasserschutzpolizei.

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