Segel-Event : Deutsche Segler bei Kieler Woche ganz oben

Die deutschen Segler haben ihren Heimvorteil bei der Kieler Woche genutzt. Mit guter Taktik und schnellen Booten heimsten sie die meisten Siege ein. Lasersegler Philipp Buhl feierten seinen Sieg-Hattrick bei der weltgrößten Segel-Regatta.

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25. Juni 2014, 16:43 Uhr

Kiel | Die deutsche Segelnationalmannschaft hat ihr Heimspiel bei der 120. Kieler Woche erfolgreich beendet. Die DSV-Flotte war am Mittwoch in den olympischen Klassen mit drei Siegen, zwei zweiten und vier dritten Plätzen die erfolgreichste Nation vor Estland mit einem Sieg und einem zweiten Platz sowie vier weiteren Ländern mit jeweils einem Sieg.

Lasersegler Philipp Buhl gewann seinen dritten Kieler-Woche-Titel in Serie. „Das war ein Pflichtsieg“, sagte Trainer Thomas Piesker, „aber den muss man auch erst schaffen.“ Der angestrebte Hattrick gelang Deutschlands Segler des Jahres aus Sonthofen mit einer konzentrierten Leistung und dem zweiten Rang im Flautenpoker des Medaillenrennens am Mittwoch. Den dritten Podiumsplatz sicherte sich der Kieler Tobias Schadewaldt hinter dem Esten Karl-Martin Rammo.

Der 24-jährige WM-Dritte und olympische Hoffnungsträger Buhl sagte mit Blick auf die verpatzte Europameisterschaft: „Ich habe in diesem Jahr nicht immer so cool gesegelt wie hier in Kiel. Besonders freue ich mich, dass mein Freund Erik Heil und ich endlich einmal bei derselben Regatta gewinnen.“ Für die Weltmeisterschaft der olympischen Klassen im September im spanischen Santander hat sich Buhl viel vorgenommen: „Ich will wieder aufs Podium!“  Vor Buhls Triumph hatten die 49er-Segler Erik Heil und Thomas Plößel ihren ersten Kieler-Woche-Sieg mit einem Salto vom Boot und einem Bad in der Förde gefeiert. „Wir freuen uns riesig! Ich hoffe, dass wir diesen Kurs bis zu den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 fortsetzen können“, sagte Thomas Plößel, dem sein Steuermann Erik Heil aufgrund „genialer taktischer Entscheidungen“ großen Anteil am gemeinsamen Erfolg zusprach.

Der dritte deutsche Sieg in den olympischen Klassen war am Vormittag den Berlinerinnen Annina Wagner und Elisabeth Panuschka im 470er gelungen, die trotz Frühstarts das entscheidende Medaillenrennen nach furioser Aufholjagd gewannen. Die gute Bilanz der insgesamt neun Podiumsplätze in den olympischen Klassen übertrafen die beiden deutschen Teams in den paralympischen Disziplinen. Die Paralympics-Gewinner Heiko Kröger aus Jersbek und das Team um den Berliner Skipper Jens Kroker siegten in ihren Klassen 2.4mR und Sonar souverän.

Die Titelkämpfe in der Internationalen Deutschen Meisterschaft der Seesegler dominierten in allen drei Klassen Eigner aus Hamburg. In der großen Klasse ORC 1 gewann die „Platoon“ von Harm Müller-Spreer vom Norddeutschen Regatta Verein mit Taktiker Markus Wieser. Den Titel in der mittleren Klasse ORC 2 sicherte sich Christopher Opielocks „Rockall IV“. In der kleinsten Klasse ORC 3 und 4 setzte sich nach spannenden Duellen bis zur siebten und letzten Wettfahrt Max Grugels „Solconia“ vom Hamburger Segel-Club mit zwei Punkten Vorsprung gegen die Kieler „Sportsfreund“ von Axel Seehafer durch.

Die zweite internationale Hälfte der Kieler Woche beginnt am Donnerstag und endet am 29. Juni.

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