Kiwo 2018 : Das Team hinter der Kieler Woche: „Danach sind alle platt"

Organisieren die Kieler Woche (hinten von links): Ute Kaukel, Jörg Franzen, Philipp Dornberger und Vanessa Vitsilakis (sitzend).
Organisieren die Kieler Woche (hinten von links): Ute Kaukel, Jörg Franzen, Philipp Dornberger und Vanessa Vitsilakis (sitzend).

Für die Organisatoren bedeutet die Kiwo Stress pur. Vor der Eröffnung legen sie regelmäßig Wochenendschichten ein.

shz.de von
16. Juni 2018, 14:23 Uhr

Kiel | 2222 Programmpunkte an zehn Tagen für über drei Millionen Besucher, die Unterhaltung und Spaß suchen – die Kieler Woche ist eine riesige organisatorische Herausforderung. Verantwortlich für den reibungslosen Ablauf ist ein zehnköpfiges Team im Rathaus. Die Vorbereitungen laufen seit September 2017, teilt Kieler-Woche-Chef Philipp Dornberger mit. Ab Januar geht das Arbeitspensum dann „kontinuierlich nach oben". Die letzten drei Monate vor der Austragung sind Stress pur: Gearbeitet wird dann meist sieben Tage die Woche. Urlaub nimmt während dieser Phase niemand.

Alles zur Kieler Woche auf shz.de finden Sie hier.

Die Aufgaben von Dornbergers Team reichen von der Planung des Plakats, dem Buchen von hochrangigen Musikern, der Gewinnung von Werbepartnern über die die Betreuung der Homepage bis hin zur Gestaltung der Veranstaltungsflächen. Und mit Beginn der Kieler Woche endet ihre Arbeit nicht – im Gegenteil: Alle Mitglieder der Crew sind an jedem Tag vom ersten bis zum letzten Programmpunkt dabei.

Für Kiwo-Chef Dornberger ist es die erste Kieler Woche überhaupt im Organisationsteam. 2017 war Dornberger als Beobachter dabei und verfolgte die Arbeitsabläufe. „Ich habe mir alles aufgeschrieben, da es unmöglich ist, alle Eindrücke zu verarbeiten", erinnert er sich. „Die Stimmung hinter den Kulissen ist genauso gut wie davor." Das Team werde von einem „Kiwo-Spirit" motiviert: „Das ist wie frisch verliebt."

Er will nicht einfach alles beim Alten lassen, sondern steht für Innovation: „Jedes Projekt kommt auf den Prüfstand." Viele Veranstaltungsflächen feiern in diesem Jahr Premiere oder werden erneuert. Unter anderem wird der Asmus-Bremer-Platz neu gestaltet; hier entsteht eine Piratenwelt. Zudem können sich die Gäste auf dem Holstenplatz jetzt durch ein internationales Streetfood-Angebot probieren. Auf dem Internationalen Markt sind die Stände jetzt noch landestypischer und detailverliebter gestaltet.

Betreut wird der Internationale Markt von Vanessa Vitsilakis. Der „spannendste Moment" ist für sie aber bereits am ersten Veranstaltungstag. Sie ist nämlich auch dafür verantwortlich, dass das entscheidende Signal der Eröffnungszeremonie auf der Rathausbühne erklingt: das Schiffsignal „lang, kurz, kurz, lang". Dieses bedeutet „Leinen los" und markiert den offiziellen Start der Kieler Woche. Dieses Jahr wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Horn drücken. Es ertönt nur, wenn die Gaskartusche richtig angeschlossen und aufgedreht ist. Die Kartusche darf aber nicht während der gesamten Zeremonie scharf gestellt sein. Deshalb schleicht ein Mitarbeiter aus Vitsilakis' Team auf die Bühne und dreht die Kartusche auf, kurz bevor der Ehrengast das Horn betätigt.

Die Lieblingsaufgabe ihrer Kollegin Ute Kaukel ist die Betreuung des Ehrengastes. Manche Prominente äußern nämlich auch spontane Sonderwünsche – „dann muss man improvisieren", sagt Kaukel, die auf die Erfahrungen aus vier Kieler Wochen zurückgreifen kann. Einem Ehrengast fiel 2015 auf dem Weg zu seinem Auftritt plötzlich ein, dass er vorher noch etwas essen will, erinnert sich Kaukel. Sie setzte alle Hebel in Bewegung und sorgte dafür, dass für den Künstler bei der Ankunft an der Bühne ein Imbiss bereitstand. Ihr Kollege Jörg Franzen sorgt dafür, dass Familien auf ihre Kosten kommen. Er betreut den „OpenPark" in Gaarden. Hier können sich Kinder unter anderem beim Ponyreiten und auf Hüpfburgen austoben.

Auch bei der intensivsten Vorbereitung läuft bei der Austragung das Events nie alles genau so, wie man es sich vorgestellt hat, so die Organisatoren – „die Kunst ist es aber, dass es der Gast nicht merkt, wenn etwas nicht nach Plan läuft", sagt Dornberger.

Das Highlight des Events ist für den Kieler-Woche-Chef das AIDA-Abschlussfeuerwerk – „weil dann der Druck wegfällt". Anschließend geht es in den Urlaub: „Nach der Kiwo sind alle platt", sagt Dornberger. „Alle brauchen eine kleine Auszeit, um wieder Kraft für die nächste Kieler Woche zu tanken."

shz.de berichtet fortlaufend im Liveblog von der Kieler Woche.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen