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BMW Chauffeur : "Das Schönste sind die vielen Menschen"

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Mal fährt er Gäste, mal zieht er Boote. Seit fünf Jahren arbeitet Dennis Blank als Fahrer auf der Kieler Woche für BMW.

Kiel | Anna Maria Kaufmann saß vergangenes Jahr auf seinem Rücksitz, Franziska van Almsick vor ein paar Tagen - Dennis Blank hat sie durch Kiel gefahren. Der 29-Jährige ist einer von 53 Chauffeuren des BMW-Fahrservice zur Kieler Woche. Und das im fünften Jahr. Das Schönste an seinem Job? "Die vielen verschiedenen Menschen. Sportler, Politiker, Geschäftsleute - mit allen habe ich zu tun."

Jährlich zur Kieler Woche nimmt sich Blank Urlaub, um für BMW fahren zu können. Sonst ist er in Neustadt/Holstein bei der Marine als medizinischer Ausbildungsleiter tätig. Prinzipiell kann sich jeder um einen Fahrerjob bewerben. Allerdings werden viele Fahrer auch im kommenden Jahr wieder "gebucht", weil sie den Fahrleitern positiv in Erinnerung geblieben sind. Voraussetzung für diesen Job: "Freude am Fahren, Höflichkeit und Diskretion." Dieses Jahr ist Blank besonders stolz, dabei sein zu dürfen. Denn er fährt einen nagelneuen schneeweißen X6. Das Auto hatte erst am 31.Mai Premiere.

Auf dieser Tour hat Blank keinen Fahrgast. Er ist unterwegs nach Schilksee. Dort soll er den Trailer Service unterstützen. 25 BMW sind so ziemlich die einzigen Autos, die dort im Hafen fahren dürfen. Was Trailer Service bedeutet, beschreibt Koordinator Thomas Key (33) knapp: "Die Segelteams kommen mit ihren Booten an den Hafen, wir hängen den Trailer an einen BMW, fahren das Boot ans Wasser und bringen den Anhänger auf eine Wiese. Und wenn das Boot aus dem Wasser kommt, geht es andersrum." Als am Dienstag der Wechsel zwischen den internationalen und den olympischen Klassen anstand, mussten 450 Trailer bewegt werden - in sieben Stunden. Hafenmeister Michael Unger schwärmt in den höchsten Tönen: "Es kann nicht besser laufen. Wir wissen die Trailer in guten Händen und können uns vollkommen auf die Boote im Wasser konzentrieren." Seit 2000 ist Unger Hafenmeister. "In diesem Jahr habe ich noch keinen einzigen Segler murren hören, dass irgendwas mit seinem Trailer nicht geklappt hat - oder gar etwas kaputt war."

Ob Fahr- oder Trailer Service - jeder Fahrer bekommt ein Fahrtraining, um sein Auto richtig zu beherrschen. Das können auch Kieler Woche-Besucher auf dem Kieler Flughafen lernen. Dort veranstaltet BMW Fahrsicherheitstrainings.

Zunächst gehts am Bootshafen in der Stadt los. Dort melden sich die Fahrer an und bekommen eine kurze Einführung in das, was bei den steigenden Benzinpreise alle am meisten interessiert: Wie spare ich Sprit? "Das fängt schon bei Kleinigkeiten an. Denken Sie mal dran, den Motor erst zu starten, nachdem Sie den Gurt angelegt haben", erklärt Fachmann Fritz Hammerand. Auch beim Beschleunigen auf der Autobahn lässt sich so mancher Tropfen Sprit einsparen. "Nicht zaghaft sein: Viel Gas geben, um schnell hochschalten zu können", lautet die Devise.

Mit neuen BMW-Fahrzeugen fahren die Teilnehmer zum Flughafen - um den Autos dort alles abzuverlangen. Doch bevor sie waghalsig um Hütchen fahren und zur Notbremsung voll "in die Eisen" gehen dürfen, zeigt Fahrtrainerin Cornelia Abel die richtige Sitzposition. Denn: "Nur wer richtig sitzt, kann das Auto bei Gefahr beherrschen." In vier Schritten stellt sie den Fahrersitz ein.

1.: Höhe einstellen. Zwischen Kopf und Autodach sollte eine Hand breit Platz sein.

2.: Sitz nach hinten oder vorne stellen. Das Bein darf auch mit Kraft nicht ganz durchzustrecken sein. "Sonst fehlt die Kraft für die Notbremsung."

3.: Rückenlehne aufrichten, Lenkrad in der Höhe verstellen. Die Arme sollten sich auch mit Kraft nicht durchstrecken lassen. Grund: "Wenn wir schnell lenken müssen, sollte der Oberkörper an der Rückenlehne des Sitzes bleiben. Das tut er nicht, wenn wir die Arme durchdrücken können." Die Hände liegen dabei auf dem Lenkrad rechts und links - verglichen mit einer Uhr auf den Positionen drei und neun.

4.: Anschnallen. "Nicht einfach nur den Gurt anlegen, sondern noch mal an ihm ziehen, damit der Beckengurt stramm am Bauch aufliegt."

Für Sven Bönisch aus Hamburg ist das eine ganz neue Sitzerfahrung. "Sonst fahre ich in meinen 3er BMW gerne sportlich, habe eine Hand oben auf dem Lenkrad und liege eher im Sitz", gibt der 27-Jährige zu. Doch als die erste Aufgabe auf ihn zukommt und er im Slalom um die Pylone saust, muss er feststellen: "Ich merke, was das Auto macht." So merkt er, dass sein Testfahrzeug - ein 1er Cabrio - "einen richtig kleinen Wendekreis hat. Das ist wie beim Autoscooter", witzelt Bönisch. Sein Fazit schon nach der ersten Übung: "Ich werde in meinem Auto zumindest drauf achten, wo meine Hände sind."

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erstellt am 25.Jun.2008 | 10:29 Uhr

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