zur Navigation springen

Kieler Woche 2017 : Atemlos im Bayernzelt: Das Party-Protokoll

vom

Oktoberfest-Feeling auf der Kiellinie: Jeden Abend feiern Tausende Partygänger mit den Blechblos'n. Wir waren dabei.

shz.de von
erstellt am 23.Jun.2017 | 18:48 Uhr

Kiel | Das Bayernzelt auf der Kieler Woche ist eine Erfolgsgeschichte. Zum mittlerweile achten Mal befindet sich das 1500 Quadratmeter große Feier-Areal auf der Kiellinie und ist fester Bestandteil in den Planungen der feierwütigen Kiwo-Gänger. Jahr für Jahr zieht es Tausende Besucher an. „Pro Abend kommen etwa 4000“, sagt Veranstalter Stefan Heitkämper, der das Oktoberfest-Feeling schon seit 1995 nach Kiel bringt.

Für Party-Stimmung sorgt ein bayrisches Original: Die Band Blechblos’n, die in diesem Jahr Jubiläum feiert und das Bayernzelt zum zehnten Mal anheizt.

„Kiel ist für uns jedes Mal ein Highlight“, freut sich Bassist und Sänger Roland Schleifer auf neun unterhaltsame Abende im Norden. Aber wie läuft eigentlich so ein Abend im Bayernzelt? Die Chronologie:

18 Uhr: Noch geht’s im Bayernzelt gemächlich zu. Mein Kumpel Florian und ich, Jannik, sind extra früh gekommen und sichern uns einen der begehrten Tischplätze. Selbstverständlich haben wir uns am Tresen schon eine Maß Bier besorgt, die dieses Jahr nach einer leichten „Preisanpassung“ 9,70 Euro kostet. Die Vorfreude auf den Abend steigt!

18.35 Uhr: Allmählich werden freie Tische zu einem Luxus-Gut. Auch auf der Bühne tut sich was: Die Blechblos’n sind da und stimmen uns mit einer Art Vorprogramm auf die nächsten Stunden ein. Im Hinblick auf das, was noch kommt, ist das die Ruhe vor dem Sturm. Abwechslung ist während des gesamten Abends übrigens garantiert: „Das Programm variiert, wir wollen nicht jeden Tag das gleiche machen“, erklärt Roland Schleifer.

19.15 Uhr: Es wird heißer! Mittlerweile ist fast jeder Platz belegt und an unseren Tisch haben sich mittlerweile nicht nur Freunde, sondern auch wildfremde Menschen gesellt. Macht aber nichts: „In Kiel will einfach jeder mit jedem feiern“, sagt Schleifer.

19.30 Uhr: Jetzt geht’s richtig los! Das „Vorprogramm“ ist beendet und die Blechblos’n marschieren zwischen Bänken und Tischen erneut ein. Die Meute spielt sofort verrückt. Norddeutsche Unterkühlung? Fehlanzeige! „Die Kieler geben sofort Gas. Wenn wir reinkommen, sind sie sofort auf den Bänken – das ist sensationell“, erzählt Schleifer. Für Florian und mich heißt das: Zeit für Maß Nummer zwei…

19.55 Uhr: Skandal um Rosi!

20.20 Uhr: Hulapaluuu…nach fast einer Stunde mehr oder weniger gekonnten Tanzeinlagen – wohlgemerkt auf einer Bierbank – zu den Melodien von Andreas Gabalier und Co. sowie eineinhalb Litern Bier ist es an der Zeit, die Toilette aufzusuchen.

20.50 Uhr: Geschafft und wieder am Platz! Anscheinend hatten noch zwei, drei Leute mehr Toiletten-Bedarf. „Wir haben die Kapazität 2016 schon verdoppelt und behalten das dieses Jahr bei. Dass es trotzdem mal zu Engpässen kommt, ist ja klar“, meint Veranstalter Stefan Heitkämper.

22 Uhr: Das Zelt kocht! „Die beste Partystimmung, die man sich wünschen kann“, findet Schleifer. Nach einem weiteren „Maßen fassen“ und „Hoch die Krüge“ ist es für uns an der Zeit für den dritten Liter. Auf dem Weg zum Tresen sehen wir, wie mal wieder ein Übermütiger den Tisch bestiegen hat – großer Fehler, denn die Security findet das gar nicht gut.

22.40 Uhr: Die Blechblos’n und Tausende weitere Gesangstalente tragen ein kollektives Kompliment vor. Da können sich die Sportfreunde Stiller warm anziehen…

23.15 Uhr: Nach einer Pause (Schleifer: „Auf der Bühne ist es anstrengender, als man denkt“) weist die Band uns den Weg mit dem Bob: Und Linkskurve, und Rechtskurve, nach hinten, nach vorne, Hopser (was auf einer Bierbank gar nicht mal leicht ist) und Ziel.

23.36 Uhr: Ein Wort – Atemlos!

24 Uhr: Feierabend! Nachdem wir ein letztes Mal voller Inbrunst den Refrain von Robbie Williams’ Angels geschmettert haben, war es das. „Es ist jeden Abend so, dass die Leute nicht aufhören wollen. Aber um 24 Uhr muss Schluss sein, da gibt es nichts zu rütteln“, erklärt Schleifer. Uns ist das Recht, wir sind nach sechs Stunden ausgepowert und freuen uns schon auf das nächste Jahr...

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen