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Wasserschutzpolizei : Als "Papa Heuss" mit dem Mercedes vorfuhr

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Die Kieler Woche in Ruhe genießen - dazu blieb Sönke Meyer-Friese in den vergangenen Jahren keine Zeit.

Kiel | Als Leiter des Wasserschutzpolizeireviers war er voll eingespannt, die Sicherheit auf der Förde zu organisieren. Inzwischen ist er pensioniert und kann die Kieler Woche aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

Sönke Meyer-Friese war schon in Kindheitstagen begeistert von der Kieler Woche, die damals, Ende der 50er Jahre, noch eine ganz andere war. Sie fand für ihn hauptsächlich auf dem Kleinen Kiel statt, wo etliche Modellboote fuhren. "Das faszinierte mich", sagt Meyer-Friese, der selbst Modelle hatte. Die Zahl der Traditionsschiffe, die in die Förde kamen, habe man an einer Hand abzählen können. "Das hat nie zu einer Parade gereicht", erinnert sich Meyer-Friese.
"Wie er die Besatzung begrüßte, das fand ich toll"

Am meisten freute er sich auf den Besuch von Bundespräsident "Papa Heuss", der mit seinem Mercedes 300 über die Beseler Allee hinunter zum Düsternbrooker Hafen fuhr. "Ich stand mit meiner Schulklasse am Straßenrand und hab dann versucht, möglichst schnell zum Wasser zu kommen um zu sehen, wie Heuss an Bord eines der Schiffe ging", erzählt Meyer-Friese. "Wie er die Besatzung begrüßte, das fand ich toll."

Später hatte er dann beruflich mit der Kieler Woche zu tun. Die Zahl der gemeldeten Boote und Sportler lag da ungefähr bei der Größe, die heute die traditionelle Pfingstbuschregatta verzeichnet. Und nicht nur die Sport-, auch die Traditionssegler sind mehr geworden. So konnte Meyer-Friese in den letzten Dienstjahren fast jeden Tag zwei Windjammerparaden verfolgen - morgens, wenn die Schiffe zu Tagestörns ausliefen, und abends, wenn sie zurückkamen. "Das war völlig unorganisiert, sah aber teilweise viel schöner aus als die richtige Parade", sagt Meyer-Friese.

Er hat festgestellt, dass durch die Traditionssegler, die an den Regattabahnen vorbei ziehen, eine Verbindung zwischen der reinen Sportveranstaltung und dem Volksfest geschaffen wurde. Damit sei die Situation noch immer nicht ideal, aber besser als früher, wo die Segler unter sich waren und die Kieler Woche es schwer hatte, bei den Leuten anzukommen. Meyer-Friese fände es jedoch schön, wenn die Regatten, die auf den Seebahnen stattfinden, in die Stadt getragen würden. Wenn es sie zum Beispiel im Public Vierwing gäbe - wie beim Fußball.

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erstellt am 27.Jun.2008 | 08:38 Uhr

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