Schleuse Brunsbüttel : Wie die Schiffe in den Kanal kommen

In den beiden Schleusenkammern in Brunsbüttel herrscht Dauerbetrieb. Foto: Brumm
2 von 2
In den beiden Schleusenkammern in Brunsbüttel herrscht Dauerbetrieb. Foto: Brumm

Wie funktioniert eine Schleuse? Das interessiert die mehreren tausend Besucher, die die Schleusen an den Enden des Kanals in Brunsbüttel und Kiel-Holtenau jedes Jahr besuchen.

Avatar_shz von
17. Dezember 2007, 11:48 Uhr

Wie funktioniert eine Schleuse? Das wollen viele Menschen wissen. Etwa 80.000 waren es im Vorjahr, die sich die Abläufe in den Brunsbütteler Schleusenanlagen anschauten und sich auch gleich im "Atrium" über den gesamten Nord-Ostsee-Kanal informierten. Darunter viele Gäste aus dem Ausland.
Die Schleusung der Schiffe können Interessierte sowohl in Brunsbüttel als auch in Kiel-Holtenau aus nächster Nähe verfolgen. In Brunsbüttel gilt das ungeschriebene Gesetz, dass die Schleusenanlagen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang besichtigt werden können. "In der Dunkelheit geht dies aus Sicherheitsgründen aber nicht", erklärt Jürgen Abratis (35) vom Wasser- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel.
Die Schleusen in Kiel und Brunsbüttel sind baugleich. Beide verfügen noch über die intakte alte Doppelschleuse aus der Gründerzeit. Die beiden 125 Meter langen Kammern werden heute genutzt, um Sportboote sowie kleinere Schiffe zu schleusen. Da die 1895 gebauten Alten Schleusen bereits wenige Jahre später zu klein waren, wurden 1914 die neuen Doppelschleusen in Betrieb genommen. Sie sind 310 Meter lang und 45 Meter breit.
Schleusenmeister sind wie Lotsen auf einem Flughafen
Die Schleusen in Brunsbüttel müssen zwischen der Elbe und dem Nord-Ostsee-Kanal einen Wasserstand von etwa 1,50 Meter ausgleichen. Die ankommenden Schiffe werden in der Regel bereits Stunden vor ihrem Eintreffen von ihrem Makler bei der Kanallenkung angemeldet. Der mit modernster Technik ausgestattete Zentralleitstand der Kanallenkung befindet sich auf dem Anlegekai zwischen den beiden großen Schleusenkammern. Die Mitarbeiter sind dort ähnlich wie Lotsen auf einem Flughafen tätig, lenken alle Schiffe durch den Kanal. Die Einweisung in die Schleuse liegt allerdings in der Verantwortung der Schleusenmeister. Und das sichere Anlegen der Schiffe übernehmen die Festmacher.
Vor allem sind es mittelgroße Containerschiffe, die von Hamburg, Bremerhaven oder England und Frankreich auf dem Weg nach Russland oder die baltischen Länder sind. Je nach Größe passen in jede Kammer der Neuen Schleuse vier bis fünf Schiffe. Sind sie fest vertäut, schließt sich das 1300 Tonnen schwere Stahltor. Danach werden die Schütze geöffnet und das Wasser läuft solange durch die gemauerten Umlaufkanäle, bis sich die Wasserstände der Schleusenkammer und des Kanals oder der Elbe angeglichen haben.
Danach öffnet sich das Schleusentor am anderen Ende der Kammer und die Schiffe können ihre Reise fortsetzen. Die Schleusung kann bis zu 45 Minuten dauern. Nach sechs bis acht Stunden Kanalfahrt erreichen die Pötte dann die Schleuse in Kiel-Holtenau.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen