Schifffahrt im Nord-Ostsee-Kanal : Vorbereitungen auf Eisgang im Kanal

Vorsichtsmaßnahme: Decksmann Jens Thedens muss die Fähre während jeder Überfahrt vom Eis befreien. Fotos:
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Vorsichtsmaßnahme: Decksmann Jens Thedens muss die Fähre während jeder Überfahrt vom Eis befreien. Fotos:

Der Dauerfrost führt zu ersten Behinderungen im Nord-Ostsee-Kanal. Noch kommen die Fähren im Osten gut klar. Für den Fall der Fälle liegt ein Schlepper bereit.

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29. Dezember 2010, 10:01 Uhr

Rendsburg | Vielleicht erweist es sich im Nachhinein noch als Fehler, dass der Rendsburger Eisbrecher "Max Waldeck" 2006 außer Dienst gestellt wurde. Nach einigen Wochen Dauerfrost sind die ersten Behinderungen der Schifffahrt im Nord-Ostsee-Kanal zu verzeichnen. In Brunsbüttel sind zwei Schleusenkammern durch Eisschollen außer Betrieb gesetzt worden (wir berichteten) und die Lotsen nutzen wegen des Eisganges zurzeit Schlepper, um vor der Lotsenstation Rüsterbergen auf die großen Schiffe überzusetzen - die Fahrt mit den kleinen Lotsenbooten ist beim derzeitigen Eisgang einfach zu gefährlich.
"Zwischen Kiel-Holtenau und Breiholz gibt es zurzeit noch keine Einschränkungen für den Schiffsverkehr und die Fähren. Wir haben aber eine gute Grundlage dafür, dass der Eisgang zunimmt", erklärte gestern Dieter Schnell, der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Kiel-Holtenau. Vor allem zwischen Sehestedt und Rendsburg gebe es lockeres bis dichtes Treibeis. "Damit kommen die Fähren klar" sagte Schnell, "sie fahren zwar etwas langsamer, um sich das Eis nicht auf die Spitzen zu schaufeln - aber das ist für die Fahrgäste kaum zu bemerken".
Schlepper steht bereit
Da die Wettervorhersage zumindest für die nächsten Tage weiterhin Dauerfrost verspricht, hat die Behörde vorgesorgt. Für den Fall, dass sich der Eisgang verschlimmert, steht in Kiel ein Schlepper bereit. Der könnte mit der Kraft seiner Schraube die Anlegestellen im Notfall eisfrei halten. "Noch funktioniert alles - und wir sind auch darauf vorbereitet, dass der Eisgang im Kanal weiter zunimmt", sagte Schnell.
Tatsächlich werden an den Fähren schon jetzt einige teilweise kreative Anstrengungen unternommen, um das Fahrwasser und die Anlegestellen eisfrei zu halten. So schwenkt die Fähre Sehestedt von Zeit zu Zeit aus der gewohnten Bahn, um das Eis auf möglichst breiter Front zwischen den Ufern in Bewegung zu halten.
An der Fähre Oldenbüttel musste der Decksmann schon in den vergangenen Tagen Hand anlegen: Um ohne Probleme festmachen zu können, mussten zunächst dicke Eisbrocken mit einem überlangen "Eiskratzer" vom Bug entfernt werden.

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