NOK-Route : Die Radtouristen können starten

Fahrradtouristen auf der NOK-Route. Foto: Ruff
Fahrradtouristen auf der NOK-Route. Foto: Ruff

Ministerpräsident Peter Harry Carstensen hat im Juni 2006 den Radwanderweg "NOK-Route" eröffnen. Die ausgeschilderten Etappen führen auch zu Sehenswürdigkeiten rechts und links der Wasserstraße.

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17. Dezember 2007, 11:43 Uhr

Der Nord-Ostsee-Kanal (NOK) - immer stärker rückt er ins Blickfeld von Radtouristen. Sie genießen es, entlang der Wasserstraße zu radeln und gleichzeitig Traumschiffe und Frachter beobachten zu können.
"Der Kanal ist im Binnenland die Top-Region", ist Monika Heise (41), Vorsitzende der Touristischen Arbeitsgemeinschaft Nord-Ostsee-Kanal mit Sitz in Rendsburg, überzeugt. Allerdings nur, wenn die Wasserstraße als Ganzes touristisch erschlossen und vermarktet wird. Dies geschieht seit einigen Jahren. Als erstes konkretes Großprojekt wurde für Radfahrer die NOK-Route entwickelt, die am 17. Juni um 12 Uhr am Kanalufer in Breiholz durch Ministerpräsident Peter Harry Carstensen eröffnet wurde.
Kreis hat Federführung des 340.000-Euro-Projekts
Der von der Europäischen Union geförderte Fernradwanderweg ist ein Gemeinschaftsprojekt von 47 Städten, Dörfern und Kreisen, die direkt am Kanal liegen. Die Federführung der bislang 340.000 Euro teuren Maßnahme liegt in den Händen des Kreises Dithmarschen.
Monika Heise ist sicher, dass die Strecke entlang des Kanals schnell in die Rangliste der zehn interessantesten Radwanderwege Deutschlands aufsteigen wird. Denn: "Kein anderer Weg führt an einem Wasser vorbei, das so stark von Traumschiffen befahren wird." Wie groß die Resonanz ist, zeigte sich schon, nachdem Wochen vor der Eröffnung die Radwanderkarte "Radroute Nord-Ostsee-Kanal" bundesweit in die Buchhandlungen kam. "Allein im Mai hatten wir 45 Radler-Gruppen. Das ist gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 300 Prozent."
Route führt auch ins Hinterland
Ausgearbeitet wurden auf der 325 Kilometer langen NOK-Route acht Etappen mit einer Länge von jeweils etwa 50 Kilometern. Sie führen nicht nur über die Betonspurbahnen entlang der Kanalufer, sondern leiten die Radler auch ins Hinterland.
Denn links und rechts des Kanals gibt es viel zu entdecken: Es können die Hafenstädte Kiel, Rendsburg und Brunsbüttel erkundet, der Steinzeitpark bei Albersdorf erlebt oder Gutshäuser besichtigt werden. Und es gibt imposante Technik zu bestaunen: Brücken, Fähren, Tunnel, Häfen, Schleusen. "Langeweile kommt nicht auf", verspricht Monika Heise.
Infotafeln zur Orientierung
Damit sich die Touristen entlang der Strecken problemlos zurechtfinden, sind in Abständen von zehn bis zwölf Kilometern dreiteilige Infotafeln aufgestellt. Neben dem Routenverlauf erfährt der Gast unter anderem alle allgemeinen Daten über den Kanal. Im zweiten Teil der Dreibein-Tafeln ist der Ort beschrieben, wo sich der Radler gerade befindet. Vor dem Rendsburger Kulturzentrum, wo eine Infotafel steht, erfährt er zum Beispiel alles über die Historie der Stadt und wird auf die Sehenswürdigkeiten hingewiesen. Auch gibt es einen Stadtplan, auf dem alle wichtigen Einrichtungen wie Freibad, Tierpark und Museen gekennzeichnet sind. Der dritte Teil ist nützlichen Tipps reserviert: Wo ist die nächste Übernachtungsmöglichkeit, wo die nächste Bus- oder Bahnstation?
Mit der Eröffnung der Radstrecke ist für Monika Heise und ihr Team aber nur das erste Etappenziel erreicht, denn mit der Aufstellung von Infoschildern ist es längst nicht getan: "Wir müssen die Radroute jetzt professionell vermarkten und wir müssen den Service verbessern." Zusammen mit den Wirten und Vermietern soll erreicht werden, dass sich die gesamte Region auf Radtouristen einstellt. Als Vorzeigeobjekt nennt Heise die Radfahrer-Herberge in Bornholt, wo Biker nicht nur günstig übernachten können, sondern auch alles finden, worauf es einem leidenschaftlichen Rad-Urlauber ankommt. Zum Beispiel auf diebstahlsichere Abstellplätze für die meist teuren Drahtesel. "Das Wichtigste ist aber", so Heise, "dass die Radfahrer das Gefühl haben, wirklich willkommen zu sein - auch wenn sie nur für eine Nacht bleiben."

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