Banker beleidigt : Moodys stuft HSH Nordbank herab

Neue schlechte Nachrichten für Vorstandsboss Constantin von Oesterreich und seine HSH Nordbank. Foto: dpa
Neue schlechte Nachrichten für Vorstandsboss Constantin von Oesterreich und seine HSH Nordbank. Foto: dpa

Die Rating-Agentur Moodys hat die langfristige Kreditwürdigkeit der HSH Nordbank auf "Baa3" gesenkt. Im Kurzfrist-Ranking fiel das Geldinstitut auf "Prime-3".

Avatar_shz von
14. Juli 2013, 03:11 Uhr

Kiel/Hamburg | Neuer Dämpfer für die HSH Nordbank. Die Rating-Agentur Moodys hat die Bonität des Geldhauses herabgestuft - und das, obwohl die EU erst vor drei Wochen neue Milliarden-Garantien der Haupt-Anteilseigner Schleswig-Holstein und Hamburg vorläufig genehmigt hat. Vertreter beider Länder zeigten sich nicht überrascht von dem Schritt. Die Bank selbst fühlt sich ungerecht behandelt durch die Bonitätswächter.
Moodys hatte das Langfrist-Rating um eine Stufe auf "Baa3" und das Kurzfrist-Rating ebenfalls um eine Stufe auf "Prime-3" gesenkt. Mit weiteren Maßnahmen sei derzeit nicht zu rechnen, der Ausblick laute "stabil", hieß es.

Eine Stufe vor Subinvestment-Niveau

Folge der Herabstufung: Die Geldbeschaffung der HSH an den Kapitalmärkten wird teurer. Das geht gegen das Ergebnis der Bank. Fiele das Rating um eine weitere Stufe, so wäre die HSH Nordbank auf Subinvestment-Niveau gelandet. Dies könnte Anleger zwingen, Kapital in erheblichen Umfang aus der Bank abzuziehen.
Zum Jahresende wird die Bank nach eigenen Angaben und dank der Garantieerhöhung eine harte Kernkapitalquote von 10 Prozent ausweisen. Zuzüglich eines Puffers von 1,6 Prozentpunkten entspreche dies einer effektiven Quote von 11,6 Prozent.

"Ausdruck des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds"

Kiels Finanz-Staatssekretär Losse Müller sagte, die Herabstufung sei von der Bank in ihrer Finanzplanung eingepreist worden. Entscheidend sei, dass die Agentur das Lang- wie auch das Kurzfrist-Rating im Investmentgrade-Bereich belassen hat. Die Herabstufung nannte Losse Müller "Ausdruck des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds, in dem sich die HSH Nordbank nach wie vor bewegt". Es sei daher wichtig und richtig gewesen sei, der Bank durch die Wiederaufstockung der Ländergarantie zusätzliche Stabilität zu verschaffen. Ähnlich äußerte sich ein Sprecher der Hamburger Finanzbehörde.
Die Bank bedauerte die Entscheidung. "Unsere Kapitalausstattung sowie die uneingeschränkte Unterstützung, die wir von unseren Eigentümern erhalten, hätte unseres Erachtens nach eine bessere Ratingeinstufung gerechtfertigt", sagte Finanzvorstand Stefan Ermisch. Die Garantieerhöhung um drei auf zehn Milliarden Euro habe die Bank "nachhaltig stabilisiert".

Aufstockung noch nicht abschließend von der EU genehmigt

Dies wertete zwar auch Moodys ausdrücklich positiv. Die Agentur verwies aber darauf, dass die EU-Genehmigung für die Wiederaufstockung der Garantie durch Hamburg und Schleswig-Holstein noch nicht abschließend von der EU genehmigt worden sei. Darüber hinaus befürchtet Moody’s weitere Belastungen aus den Altlasten der Bank in der Schiffsfinanzierung.
Schleswig-Holsteins FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki erneuerte seine Forderung nach einem Privatinvestor. Die Landesregierung müsse die Herabstufung der HSH Nordbank "als allerletzte Warnung verstehen", sagte er. Um die Überlebensfähigkeit der Bank und der damit verbundenen Arbeitsplätze dauerhaft zu sichern, benötige sie neues von außen zugeführtes Kapital eines Privatinvestors.
Die HSH war in der Finanzkrise 2008 mit einer Kapitalaufstockung von drei Millionen Euro und Garantien von zehn Milliarden Euro der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein gerettet worden. Im Gegenzug hatte die HSH eine Reihe Auflagen von der EU aufgedrückt bekommen. Für 2013 rechnet die Bank erneut mit roten Zahlen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen