Hinterlandanbindung : Ramsauer will zwei Bahntrassen zum Fehmarnbelt

Der geplante Fehmarnbelttunnel soll Deutschland und Dänemark miteinander verbinden. Foto: Femarn A/S
Der geplante Fehmarnbelttunnel soll Deutschland und Dänemark miteinander verbinden. Foto: Femarn A/S

Seit langem fordern die Seebäder in Ostholstein eine Alternative zur jetzigen Bahntrasse für den Güterverkehr zum geplanten Fehmarnbelttunnel. Jetzt reagiert Ramsauer darauf.

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09. April 2013, 09:59 Uhr

Fehmarn/Berlin | Gute Nachricht für die Seebäder in Ostholstein: Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat sich im Interview erstmals dafür ausgesprochen, den Bahnverkehr zum geplanten Fehmarnbelttunnel auf zwei getrennten Trassen zu führen: den Güter- und Fernverkehr auf einer neuen Trasse an der Autobahn A1 abseits der Ferienorte - und den Regionalverkehr auf der bestehenden Trasse durch die Ortszentren.

"Ein ganz klares Ja!", antwortete Ramsauer auf die Frage, ob er eine solche Lösung unterstütze. Sie wird auch von vielen örtlichen Kommunalpolitikern und Bürgergruppen favorisiert. "Ich habe für diese Wünsche vollstes Verständnis", sagte Ramsauer. Eine Einschränkung machte der CSU-Politiker allerdings: Das Wunschmodell gehe nur, "wenn es das Raumordnungsverfahren ermöglicht". In dem Verfahren wird derzeit nach der verträglichsten Variante für Mensch und Umwelt gesucht.

Zwei getrennte Bahntrassen hätten den Vorteil, dass nach Eröffnung des Belttunnels zwischen Fehmarn und Dänemark im Jahr 2021 einerseits nicht täglich 80 Güterzüge durch die Seebäder rattern würden und andererseits Reisende im Nahverkehr weiter die alten, schnell erreichbaren Bahnhöfe nutzen könnten. Allerdings wäre diese Variante für den Bund auch 200 bis 300 Millionen Euro teurer als ein zweigleisiger Ausbau der alten Trasse, der inklusive Elektrifizierung auf bis zu 1,7 Milliarden Euro beziffert wird.

Elbvertiefung soll trotz Klagen vorangetrieben werden

Pünktlich zur am heutigen Montag in Kiel beginnenden Nationalen Maritimen Konferenz mit Kanzlerin Angela Merkel kündigte Ramsauer zudem an, die Elbvertiefung trotz der Klagen von Umweltverbänden gegen den Planfeststellungsbeschluss voran treiben zu wollen. "Ich habe vor, zumindest eine Anfangsfinanzierung in Höhe von 25 Millionen Euro in den Bundeshaushaltsplan 2014 einzustellen", sagte er.

Für den Nord-Ostsee-Kanal bekräftigte der Minister, dass er in den 2014 startenden Bau einer fünften Schleuse in Brunsbüttel insgesamt 375 Millionen Euro stecken werde. Die Forderung seines Kieler Amtskollegen Reinhard Meyer (SPD), 2014 auch schon mit der geplanten Verbreiterung der Oststrecke des Kanals zu beginnen, lehnte Ramsauer dagegen ab: "Selbst wenn ich nächstes Jahr Geld für die Erweiterung hätte - wir könnten es nicht ausgeben", sagte er. Denn die nötigen Planungsschritte könnten bis dahin nicht abgeschlossen werden. Zudem nehme der Kanal ohnehin schon "im Vergleich zu allen anderen Wasserstraßen Deutschlands eine Spitzenstellung ein, was die Ausgaben des Bundes betrifft".

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