Thema : Tierisch gut!

'Alfur und ich'. Foto: Evi Ortler
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"Alfur und ich". Foto: Evi Ortler

"Tierisch gut" lautet unser diesjähriges Thema und wir erwarten tierische Aufnahmen, die uns zu begeistern verstehen, zum Schmunzeln bringen oder uns vor Lachen die Tränen in die Augen treiben.

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20. Juli 2011, 01:58 Uhr

Welche Tiere Sie fotografieren, überlassen wir Ihnen. Wir freuen uns über tierisch gute Bilder, ganz gleich ob es Haustiere sind, ob sie im Zoo leben oder im Wildpark, ob auf dem Bauernhof, in der Stadt oder in freier Wildbahn, ob sie sich auf dem Lande, im Wasser oder in der Luft befinden. Sie können Tiere in ihrem typischen Verhalten mit der Kamera oder in ihrem Verhältnis zu gleichartigen und anderen Tieren oder zum Menschen im Bild festhalten.
Wichtig ist, dass die Aufnahmen charakteristisch, lebensecht, eventuell humorvoll sind sowie zum Schmunzeln anregen und natürlich Gefühle wecken beziehungsweise durch ihre formale Gestaltung beeindrucken. Auf einen Nenner gebracht: Das Thema "Tierisch gut" soll "tierisch gute" Bilder hervorbringen. Von gestellten Aufnahmen, wie dem Katzenblick durch das Waschmaschinenbullauge, dem Hund mit Sonnenbrille und Kopftuch, dem Hasen im Socken an einer Wäscheleine hängend - um nur drei Beispiele zu nennen - bitten wir, Abstand zu nehmen. Diese Art von Aufnahmen hat nichts mit einem aussagekräftigen Tierbild und dem Thema "Tierisch gut" gemeinsam.
Geduld und Ausdauer sind bei der Tierfotografie Grundvoraussetzung für gute Ergebnisse. Natürlich hat auch der Schnappschussfotograf seine Chance. Aber in der Regel muss man sich in der Tierfotografie an den Erfolg herantasten, denn nicht jede Aufnahme wird ein Volltreffer sein. Ausschlaggebend für ein "preisverdächtiges" Foto ist übrigens nicht die Kameraausrüstung, sondern den alles entscheidenden Augenblick zu erfassen und im Bild festzuhalten. Sofern die Kamera über eine Serienbildfunktion verfügt, sollte diese zum Einsatz kommen. Oftmals sind es Nuancen, die zu einem preisverdächtigen Bild führen.
Grundsätzlich auf die Augen scharf stellen
Wer die Lebensgewohnheiten eines Tieres kennt, der wird es leichter haben, es gekonnt mit der Kamera einzufangen. Bei Tierporträts sollte grundsätzlich auf die Augen scharf gestellt werden, denn unscharfe Augen wirken leblos. Jedes Tier sollte nach Möglichkeit in der Höhe seines Kopfes aufgenommen werden. Je schneller sich ein Tier bewegt, desto schwieriger ist es, es scharf abzubilden. Ein Autofokusobjektiv und die Belichtungsautomatik sind die Lösung. Als besonders hilfreich erweisen sich Autofokuszooms, da sich damit die Bildausschnitte optimieren lassen. Frontal gerichtetes Blitzlicht wandelt die gefühlvollen Augen, etwa eines Hundes, in Kaninchenaugen um. Wenn möglich, sollte mit einem externen Blitzgerät indirekt gegen die Decke geblitzt werden.
Für Zooaufnahmen ist jede Kamera geeignet, da man immer Tiere findet, die sich formatfüllend oder zusammen mit der Kulisse der Umgebung schon mit einem festen Objektiv einer einfachen Kompaktkamera einfangen lassen. Das gilt vor allem für Elefanten, Giraffen und Flusspferde, die weniger in Bewegung sind.
Lange Objektivbrennweite ist vorteilhaft
Wenn die freie Wildbahn oder eine Safari vorgetäuscht werden soll, ist eine lange Objektivbrennweite nötig. Damit ist die typische Zookulisse, vor allem das Gitter, nicht mehr zu erkennen. Bei Teleobjektiven zaubern schon zehn bis 20 cm Abstand vom Gitter dieses durch Unschärfe fort. Bei Gittern und unvorteilhaften Elementen im Hintergrund ist eine große Blende ratsam, damit diese außerhalb der Schärfentiefe in starker Unschärfe liegen und wenig störend erscheinen.
Unscharfe Blätter und Zweige im Vordergrund können das Tier umrahmen, dass die Aufnahme wie aus einem Versteck heraus gemacht aussieht.
Blitzlichtaufnahmen in Tierhäusern dürfen keinesfalls gegen die Bestimmungen verstoßen, da es Unfälle mit erschreckten Tieren geben kann.
Digitalkameras verfügen über die Option, die Lichtempfindlichkeit von Bild zu Bild zu verändern, um die Belichtungszeit zu verkürzen. In der Automatikposition stellen die meisten Digitalkameras bei unzureichenden Lichtverhältnissen eine höhere Empfindlichkeit ein. Oftmals führen diese zu gesteigerter Körnigkeit, die als Rauschen bezeichnet wird.
Den Förster fragen
Zum Erfolg auf einer Fotopirsch in Wald und Flur können Förster und Jäger Standorttipps geben und eventuell darf man auch einmal den Hochsitz benutzen. Hier und bei Safaris sind lange Teleobjektive mit mindestens 200 bis 1.000 mm Brennweite angebracht. Vor dem Verwackeln bei Verschlusszeiten von etwa 1/250 Sekunde oder länger schützen Auslösehilfen wie Stativ oder die Schulterstütze und der Selbstauslöser. Auch das Anlehnen an Bäume oder das Auflegen der Kamera auf einen Baumstamm kann bereits helfen.
Je kleiner die Tiere sind, umso farbenprächtiger können sie sein, angefangen vom Papagei bis hin zum kleinsten Käfer. Während der Papagei noch mit "herkömmlichen" Mitteln der Tierfotografie aufgenommen werden kann, sind für Fotos von Eidechsen, Libellen, Schmetterlingen und anderen kleinen Tieren schon Nahaufnahmegeräte nötig. Wem es erst einmal gelungen ist, mit dem speziellen Zubehör den Geheimnissen von Wiese, Feld, Teich und Luft auf die Spur zu kommen, der wird sich auch diesem besonders reizvollen Gebiet gerne immer wieder widmen.
Eine Bitte zum Schluss: Wer in Wald und Flur fotografiert, sollte die geltenden Naturschutzbestimmungen beachten. Größte Vorsicht sollten Sie vor allem bei Nestaufnahmen walten lassen und bei gefährdeten Tierarten auf das Fotografieren ganz verzichten. Und bitte quälen Sie die Tiere für eine "tierisch gute" Aufnahme nicht. Wer mit wachsamen Augen unterwegs ist, dem bieten sich so viele zu fotografierende Sujets, dass man auf Tierquälerei verzichten kann. Jetzt genug der Worte, schicken Sie uns "tierisch gute" Aufnahmen, wir sind gespannt darauf!

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