zur Navigation springen

Ahoi! : Einmal volltanken, bitte!

vom

Dranbleiben und Weiterlernen - das ist manchmal schwer. Barbara Maas war schon drei Wochen nicht mehr in der Sportbootschule. Aber sie hat gute Ausreden.

shz.de von
erstellt am 03.Mär.2013 | 03:38 Uhr

Flensburg | Ich habe die Bootsschule geschwänzt. Ziemlich lange. Und ich habe auch keine Hausaufgaben gemacht. Ich habe keine Knoten geübt, keine Tiefdruckgebiete im Geist durchschifft und keinen imaginären Kajüten-Brand gelöscht. Ich setze meine Zukunft aufs Spiel. Ich bleibe wahrscheinlich sitzen. Auf dem Sofa. Dabei will ich doch aufs Meer!

Früher, in der anderen Schule, war ich schon schlecht darin, mir Ausreden auszudenken. Was soll ich sagen? Die Schleusenwärter am Nord-Ostsee-Kanal haben letzte Woche gestreikt - wie konnte da ich ahnen, dass die Lektion "Schleusen und Brücken" tatsächlich stattfindet? Ich hatte akuten Skorbut. Der Klabautermann hat mein Lehrbuch versteckt. Unglaubwürdig? Ach.

Leider bin ich gerade auch nicht mehr pubertär. Angeblich "schwierige Phasen zu Hause", die in der achten Klasse noch meine Lateinlehrerin nach dem Vokabeltest erweichen konnten, nimmt mir niemand mehr ab.

Ein kleines Problem mit der Energieversorgung

Was stimmt: Ich war ein paar Tage nicht in Flensburg. Ich habe mich ein paar Tage erkältet gefühlt. Und ich wollte mit dem vierteiligen Navigationskurs anfangen, ehrlich. Aber dann hielt mich am ersten Abend die Arbeit auf - und die nächsten Kurse bauten auf den ersten auf. Ich saß dann auf dem Sofa - mit Chips und schlechtem Gewissen.

Letzte Woche bekam ich dann nachmittags einen zerknirschten Anruf aus der Bootsschule: Der Unterricht um 18 Uhr müsse leider ausfallen. Ich war ein bisschen erleichtert. Einmal zumindest hat es nicht an mir gelegen. Ich hätte es eh nicht geschafft - aber das weiß ja keiner.

Durchhalten, Weitermachen, das ist manchmal ganz schönz mühsam. Übrigens: Wie und wo tankt man eigentlich ein Motorboot? Und kann ich mich da gleich mitauffüllen lassen? Ich habe da gerade ein kleines Problem mit der Energieversorgung. Aber im März wird alles besser. Versprochen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen