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Tarifkonflikte : Streiks am Hamburger Flughafen und im öffentlichen Dienst in SH

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Verdi, die GdP und die GEW haben ihre Mitglieder zum Streik aufgerufen. In Kiel trifft es die Hochschulen und die Uniklinik.

shz.de von
erstellt am 08.Feb.2017 | 15:55 Uhr

Kiel/Hamburg | Im Tarifkonflikt beim öffentlichen Dienst der Länder haben die Gewerkschaften für Mittwoch zu weiteren Warnstreiks in Schleswig-Holstein aufgerufen. In Kiel sollen Beschäftigte des Landes, der Hochschulen und des Universitätsklinikums den ganzen Tag über die Arbeit niederlegen. Ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi schätzte, dass sich einige tausend Beschäftigte an den Warnstreiks beteiligten.

Am späten Vormittag waren Kundgebungen in der Kieler Innenstadt und in Neumünster geplant. Am Nachmittag wollen Gewerkschaftsvertreter Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) ihre Forderungen verdeutlichen. Mehrere hundert Landesbedienstete forderten in Kiel die Landesregierung auf, spürbaren Einkommenszuwächsen zuzustimmen. Ein Tarifabschluss müsse dann auch ohne Abstriche auf die Beamten übertragen werden, verlangte der Landesvorsitzende des dbb Beamtenbundes, Kai Tellkamp, auf einer Kundgebung am Finanzministerium.

Ressortchefin Monika Heinold (Grüne) sagte, ein Abschluss müsse sowohl die berechtigten Ansprüche der Mitarbeiter als auch die Finanzplanung des Landes berücksichtigen. Während ihrer Rede wurde Heinold mehrfach ausgepfiffen. Sie hoffe auf einen erfolgreichen Abschluss der Tarifverhandlungen in der nächsten Woche, sagte die Ministerin.

Die Gewerkschaften verlangen Gehaltsverbesserungen im Volumen von sechs Prozent. Die Tarifgemeinschaft der Länder hat das als zu hoch zurückgewiesen. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 16. und 17. Februar in Potsdam anberaumt.

Auch am Hamburger Flughafen wird gestreikt

Trotz des Warnstreiks des Bodenpersonals ist der Verkehr am Hamburger Flughafen am Mittwochmorgen zunächst planmäßig angelaufen. Der Ausstand ging mit dem Start der Frühschicht um 4 Uhr los, wie eine Verdi-Sprecherin sagte.  Insgesamt hätten 16 Maschinen Verspätungen von bis zu einer halben Stunde gehabt, sagte Flughafensprecherin Janet Niemeyer. In Fuhlsbüttel seien im Laufe des Tages 186 Abflüge sowie 188 Ankünfte geplant - davon rund 81 Abflüge und 51 Ankünfte in den vom Warnstreik betroffenen Vormittagsstunden. „Der Betrieb läuft, wenn auch ein wenig langsamer“, sagte Niemeyer. Der Airport wolle die Auswirkungen auf den Flugverkehr so gering wie möglich halten, hieß es bei der Gewerkschaft.

Um den Personalmangel auszugleichen, seien alle verfügbaren Leiharbeiter eingesetzt worden. An dem Warnstreik beteiligten sich nach Angaben von Verdi zunächst rund 100 Mitarbeiter.

Die Gewerkschaft hatte Beschäftigte der Flugzeug- und Gepäckabfertigung, des Terminal-Busverkehrs sowie von Reinigungsdiensten zu der Arbeitsniederlegung aufgerufen. Sie nahm das aus ihrer Sicht „unzureichende“ Arbeitgeberangebot in der Hamburger Tarifrunde der Bodenverkehrsdienste (BVD) als Anlass für den Warnstreik.

Auch an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld hatte das Bodenpersonal am Mittwochmorgen die Arbeit niedergelegt. Anders als in Hamburg war der Flugverkehr in der Hauptstadt massiv beeinträchtigt.

 
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