Umweltverschmutzung : Zyprischer Frachter leitet Chemikalien in die Nordsee

Das Bordleben ist eine Extremsituation.
Auf die Verursache könnte eine Strafe in Höhe von 21.450 Euro zukommen.

Der Kapitän und der erste Offizier werden beschuldigt verunreinigtes Waschwasser ins Meer gelassen zu haben.

shz.de von
02. Juli 2018, 14:30 Uhr

Stade/Cuxhaven | Gegen den Kapitän und den 1. Offizier eines zyprischen Frachtschiffs haben die Staatsanwaltschaft Hamburg sowie die Wasserschutzpolizei Stade Ermittlungen eingeleitet. Der Frachter soll hoch giftige Chemikalien in der Nordsee illegal entsorgt haben.

Das zyprische Schiff habe vom 18. bis zum 29. Juni in Cuxhaven gelegen, wie die Wasserschutzpolizei am Montag in Oldenburg mitteilte. Der Frachter hatte zuvor sechs Tanks in Rotterdam geleert, die mit zwei verschiedenen Chemikalien beladen gewesen waren. Auf der Fahrt von Holland nach Cuxhaven wurden die Container jedoch nicht gereinigt, da ursprünglich wieder beide Produkte geladen werden sollten.

In Cuxhaven liegend wartete der Frachter auf weitere Anweisungen. Als sich die Order dahingehend änderte, dass nur eine Chemikalie geladen werden soll, fuhr das Schiff laut Wasserschutzpolizei von Cuxhaven aus in die Nordsee. Dort habe es Waschwasser ins Meer geleitet, das mit der Chemikalie EDC versetzt gewesen sein soll.

Daraufhin steuerte das Schiff Stade an. Die Strafverfolger gehen davon aus, dass es sich hierbei um eine Verklappungsfahrt gehandelt habe. Die Staatsanwaltschaft Hamburg ordnete gegen den Kapitän und den 1. Offizier eine Sicherheitsleistung in Höhe von 21.450 Euro an. Die Summe entspricht dem zu erwartenden Bußgeld. Die Ermittlungen werden fortgesetzt, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei.

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