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Nach Angriff auf Schafe : Zutraulicher Wolf stammt aus Niedersachsen

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Das Tier zeigte nach seiner Attacke auf eine Schafherde im Herzogtum Lauenburg ein ungewöhnliches Verhalten - es hatte keine Angst vor Menschen. Unklar ist, ob er angefüttert wurde.

shz.de von
erstellt am 30.Mär.2015 | 13:27 Uhr

Kiel | Ein verhaltensauffälliger Wolf, der im Februar in Schleswig-Holstein in eine Schafherde eingedrungen war, kam aus Niedersachsen. Der junge Rüde stamme aus einem Rudel vom Truppenübungsplatz Munster, berichtete das Landwirtschaftsministerium in Kiel am Montag unter Berufung auf die Genetikuntersuchung.

Das Tier hatte sich bei dem Angriff auf die Schafherde im Kreis Herzogtum Lauenburg nahe Hamburg ungewöhnlich verhalten. Es zeigte kaum die für Wölfe typische Scheu vor Menschen und ließ sich erst nach längerer Zeit aus der Herde vertreiben, obwohl sich Wolfsbetreuer und Tierhalter bis auf wenige Meter näherten. Aggressiv gegenüber Menschen war der Wolf nicht.

Das Verhalten zeigt laut Ministerium Parallelen zu dem Rudel von Munster. Die Wölfe dort fielen seit längerer Zeit auf, weil sie Berichten zufolge wenig Distanz zu Menschen zeigen. In Fachkreisen werde diskutiert, ob die Tiere gefüttert werden und so ihre natürliche Scheu vor dem Menschen verloren haben könnten.

Folglich sei die fehlende Scheu vermutlich nicht auf eine generelle Entwicklung bei den Wölfen zurückzuführen, sondern eher auf ein lokales Phänomen. Schleswig-Holstein werde das Thema in den zuständigen Bund-Länder-Gremien ansprechen.

Unterdessen wurde in Südbrandenburg erneut ein erschossener Wolf entdeckt. Spaziergänger fanden das Tier am Sonntag in einem Wald bei Schönewalde (Elbe-Elster), wie die Polizei am Montag mitteilte. Anders als in zwei weiteren Fällen der vergangenen Monate wurde der Wolf aber nicht geköpft. „Es wird jetzt ermittelt“, sagte eine Polizeisprecherin. Der Wolf soll auch obduziert werden.

„Landesjagdverband und Deutscher Jagdverband verurteilen die Tat aufs Schärfste“, sagte Robert Frank, Wolfsbeauftragter und Präsidiumsmitglied des Landesjagdverbands Brandenburg e.V. „Egal wer es war – sie wirft die Bemühungen der Brandenburger Jäger erheblich zurück.“ Als Interessenvertretung der Brandenburger Jäger und anerkannte Naturschutzorganisation fordert der LJVB eine konsequente Strafverfolgung. „Ich bin tief enttäuscht, dass in unserem Bundesland schon wieder illegal auf einen Wolf geschossen wurde“, sagt Franck.  

Im Dezember war bei Hirschberg im selben Landkreis an der Grenze zu Sachsen ein getöteter und geköpfter Wolf entdeckt worden. Zuvor hatte sich ein solcher Vorfall bereits im August bei Lieberose ereignet.

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