Amtspokal-Finale in Lauenburg : Zunge verschluckt: Torwart rettet Spieler das Leben

imago/Newspix
Ähnlich wie in dieser Szene lag auch Hobbykicker David Martensen bewusstlos auf dem Spielfeld.

Im Amtspokal-Finale des Kreises Herzogtum Lauenburg leistet Torwart Tim Riskowski seinem bewusstlos am Boden liegenden Gegenspieler sofort Erste Hilfe.

shz.de von
14. Juli 2015, 17:20 Uhr

Steinhorst | Verkehrte Welt in Lauenburg: Ausgerechnet der Torhüter des unterlegenen Teams im Finale um den Fußball-Amtspokal genießt nun Heldenstatus. Der wurde ihm aber nicht zuteil, weil er die gegnerischen Stürmer mit unfassbaren Paraden zur Verzweifelung trieb, sondern weil Tim Riskowski geistesgegenwärtig reagierte als sein Gegenspieler David Martensen nach einem Eckball bewusstlos im Strafraum liegen blieb.

Wie die Lübecker Nachrichten berichteten, stieß der 27-jährige Martensen bei einem Zweikampf in der 20. Minute mit einem Gegenspieler zusammen, ging zu Boden und verschluckte seine eigene Zunge. Dies könne durchaus passieren, wenn man auf den Rücken falle und bewusstlos werde, bestätigte der DRK-Kreisverband Herzogtum Lauenburg. „Von dem Zusammenstoß weiß ich nichts mehr“, sagte Martensen.

Auch sein Retter Riskowski hat den Vorfall erst bemerkt, als sich das Spielgeschehen aus dem Strafraum heraus verlagert hatte. Der 26-jährige Polizist eilte sofort zu Martensen, brachte ihn in die stabile Seitenlage und holte mit seinem Finger die Zunge aus dem Rachen. „Ich konnte nicht anders“, sagte Riskowski, für den der Einsatz eine Selbstverständlichkeit war. „Ich habe nur gesehen, dass die Zunge nicht da war, wo sie sein sollte.“

Als der unterdessen alarmierte Notarzt am Spielfeld in Steinhorst eintraf, war Martensen schon wieder bei Bewusstsein und konnte - gestützt von Helfern - das Spielfeld ohne Trage verlassen. Dennoch wurde er vorsorglich für eine Nacht ins Krankenhaus eingeliefert. Mittlerweile ist er wieder zu Hause und auf dem Weg der Besserung. Demnächst will er sich bei seinem Retter bedanken. Eine halbe Stunde haben die beiden nach Angabe von Martensen bereits telefoniert. „Wir haben verabredet, uns noch mal zu treffen“, sagt Martensen. „Dann bekommt er auch noch ein kleines Präsent und wir trinken ein Bier.“

Bei der Gelegenheit können sich die beiden auch über das Amtspokal-Finale unterhalten. Das endete mit 3:1 für Martensens Team Grün-Weiß Siebenbäumen, doch der Held des Abends war Rothenhausens Torwart Tim Riskowski.

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