Sprengstoff in Geesthacht gefunden : Zoll stellt Polenböller und Waffen sicher

Zoll und Entschärfer waren an der Bergedorfer Straße in Geesthacht im Einsatz, um Sprengstoff und Waffen sowie Munition zu bergen.
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Zoll und Entschärfer waren im Einsatz, um Sprengstoff und Waffen sowie Munition zu bergen.

Mit Unterstützung von Entschärfern der Bundespolizei durchsuchten die Beamten mehrere Wohnungen in Schleswig-Holstein.

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04. Mai 2017, 17:22 Uhr

Geesthacht/Hamburg | Bei einer Razzia in Geesthacht haben Beamte des Zollfahdungsamtes Hamburg am Donnerstag Pyrotechnik sichergestellt. Brisant: Sie enthielt statt Schwarzpulver Sprengstoff.  „Polenböller ist dafür ein Oberbegriff“, schilderte Stefan Meyns, der Sprecher des Amtes. Kisten- und Tütenweise bargen die Beamten den Sprengstoff aus der Dachgeschosswohnung gegenüber des Krügerschen Hauses an der Bergedorfer Straße. Die Packungen wogen teilweise mehrere Kilo. Der Zoll sicherte außerdem mehrere Waffen und Munition, darunter Kaliber 50-Gewehrmunition. Um wie viel Sprenstoff es sich genau handelte, war bei Einsatzende noch unbekannt. „Auf jeden Fall sind die sichergestellten Sachen extrem gefährlich“, berichtete ein Ermittler.

Die Zollbeamten waren gemeinsam mit Entschärfern, spezialisten der Bundespolizei im Einsatz. Neben der Wohnung in Geesthacht durchsuchten sie gemeinsam noch weitere Wohnung im südlichen Schleswig-Holstein. „Wir führen diverse Ermittlungsverfahren gegen Menschen, die illegale Pyrotechnik erworben hatten“, so Meyns, der Sprecher des Zollfahndungsamtes in Hamburg. Die Einsatzkräfte des Zolls gingen bei den Durchsuchungen auf Nummer sicher. „Wir haben uns technische Unterstützung durch die Bundespolizei geholt.“ Die Behörde schickte ihre spezialisierten Entschärfer mit in den Einsatz.

Insgesamt waren 70 Beamte an den verschiedenen Orten im Einsatz, davon allein ein Dutzend in Geesthacht. Sie waren vormittags mit mehreren Streifen- und Zivilwagen vorgefahren, hatten sich Zutritt zu Haus und Wohnung verschafft und dann über Stunden die komplette Dachgeschosswohnung durchsucht. „Die Ermittlungen laufen noch weiter, wir müssen jetzt erstmal auswerten, was alles sichergestellt wurde“, berichtete Meyns.

Die Bewohner und Angestellten in dem Wohn- und Geschäftshaus an der Bergedorfer Straße wurden von dem Einsatz von Zoll und Entschärferteam überrascht. Sie ahnten nicht, auf welchem Pulverfass sie saßen. Unachtsamer Umgang mit Feuer ihres Nachbarn hätte im Dachgeschoss des Altbaus eine Katastrophe auslösen können.

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