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Gefälschte Waren : Zoll in SH und Hamburg registriert zunehmende Produktpiraterie

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Gefälschte Markenschuhe, Parfums oder WM-Pokale: Der Zoll im Norden hat verstärkt mit Produktpiraterie zu tun. Hinzu kommt nun die Kontrolle des Mindestlohns.

Hamburg | Der Zoll in Norddeutschland hat im vergangenen Jahr deutlich mehr gefälschte Waren aufgegriffen als 2013. Bei der Vorstellung der Jahresbilanz der Bundesfinanzdirektion Nord berichtete Präsidentin Colette Hercher am Freitag in Hamburg von einem Anstieg um mehr als fünfzig Prozent - von 1,9 Millionen Einheiten aus 3422 Fällen 2013 auf knapp 3,4 Millionen Einheiten aus 2425 Fällen 2014. „Die Plagiate bereiten uns weiter Kopfzerbrechen“, sagte Hercher.

Die Bundesfinanzdirektion Nord ist neben Hamburg und Schleswig-Holstein auch für Mecklenburg-Vorpommern, Bremen sowie das nördliche Niedersachsen zuständig. Die Behörde hat nach eigenen Angaben 2014 mit ihren Hauptzollämtern mehr als 38 Milliarden Euro Steuern eingenommen - mehr als 30 Prozent der bundesweit erzielten Einnahmen, wenn die Kfz-Steuer unberücksichtigt bleibt.

Unter den gefälschten Waren befanden sich außer Zehntausenden Parfum-Flakons, mehreren Tonnen Feuerwerk und Tausenden Paar Schuhen auch nachgemachte Fußball-WM-Pokale. Die Zöllner entdeckten die Produkte vor allem in den Seehäfen sowie nach Internetbestellungen auch in Postpaketen.

Bei ihren Kontrollen stießen die Fahnder im vergangenen Jahr aber auch wieder auf mehr Rauschgift als 2013. Sie entdeckten zahlreiche unversteuerte oder gefälschte Zigaretten sowie Waffen. René Matschke, seit Anfang März neuer Chef der Zollfahnder im Norden, betonte: „Sicherstellungen reichen uns nicht. Wir wollen auch die Hintermänner, und oft fassen wir sie auch.“ Bei der Bekämpfung der Schwarzarbeit stellte der Zoll im Norden mit 77 Millionen Euro im vergangenen Jahr einen ähnlich hohen Schaden wie 2013 fest - etwa durch Steuern und Sozialabgaben. 2013 lag der Schaden bei 76,7 Millionen Euro.

Die Ermittler der Finanzkontrolle Schwarzarbeit müssen nun auch den flächendeckenden Mindestlohn kontrollieren. 150 bis 160 zusätzliche Beamte sollen dafür laut Hercher in den nächsten zwei bis drei Jahren in Norddeutschland - vor allem rund um Hamburg - eingestellt werden. Viele von ihnen müssten jedoch erst noch die Ausbildung absolvieren.

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erstellt am 13.Mär.2015 | 15:26 Uhr

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