zur Navigation springen
Schleswig-Holstein

15. Dezember 2017 | 02:33 Uhr

Ziel: Straftatrisiko reduzieren

vom

Zehn Jahre Sozialtherapie in der Justizvollzugsanstalt Lübeck / Lob für die Einrichtung

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Lübeck | In der Justizvollzugsanstalt Lübeck ist an die Eröffnung der Sozialtherapeutische Abteilung vor zehn Jahren erinnert worden. In dieser speziellen Einrichtung des Strafvollzuges werden gefährliche Sexual- und Gewaltstraftäter behandelt und auf ihre Freiheit vorbereitet, um die Rückfallrisiken zu minimieren und die öffentliche Sicherheit zu erhöhen.

"Die Behandlung und Wiedereingliederung von gefährlichen Straftätern ist eine bedeutsame Aufgabe des modernen Strafvollzuges in unserem Lande. In der Justizvollzugsanstalt (JVA) Lübeck befindet sich die Sozialtherapie innerhalb der geschlossenen Anstalt. Eine solche Lösung bietet viele Vorteile, etwa bestehen für die Gefangenen gute Möglichkeiten, an den in der Hauptanstalt vorhandenen Arbeits- und Ausbildungsmaßnahmen teilzunehmen", sagt Justizministerin Anke Spoorendonk in ihrem Grußwort. Gerade der Erhalt der Arbeitsfähigkeit sei eine wesentliche Bedingung für ein straffreies Leben. "Dies im Zusammenwirken mit einem intensiven Therapieprogramm kann eine erneute Straffälligkeit vermeiden", so Spoorendonk.

Im April 2003 wurde die heutige Sozialtherapeutische Abteilung der JVA Lübeck eröffnet. Damit kann Sexualstraftätern jenes Behandlungsangebot gemacht werden, das der Gesetzgeber mit seinem Gesetz zur Bekämpfung von Sexualdelikten und anderen gefährlichen Straftaten aus 1998 verlangt. Neben den Sexualstraftätern steht die Sozialtherapie in Lübeck aber grundsätzlich jedem Gefangenen offen, der die Zeit der Haft für eine Therapie nutzen will und dem mit den besonderen Mitteln der Sozialtherapie geholfen werden kann. Ziel der Therapie ist es, das Straftatrisiko der Gefangenen so weit zu reduzieren, dass sie erfolgreich in das Leben außerhalb der Anstalt integriert werden können und nicht mehr rückfällig werden.

Die Abteilung in der JVA Lübeck verfügt über 39 Haftplätze, verteilt auf drei Wohngruppen. Jede Wohngruppe wird von einem festen Behandlungsteam, bestehend aus einem Psychologen sowie sechs Mitarbeitern des Allgemeinen Vollzugsdienstes betreut. Darüber hinaus gehören eine Kriminologin, eine Sozialpädagoge, ein Justizamtsinspektor und eine Schreibkraft in Teilzeit zum Team. Die Abteilung ist in einem eigenen Gebäude untergebracht.

Seit ihrer Eröffnung wurden 195 Gefangene aufgenommen, 74 konnten nach erfolgreicher Therapie aus der Abteilung entlassen werden. 71 Prozent der aus der Abteilung Entlassenen wurden von der Sozialtherapie nachbetreut. Die restlichen 29 Prozent wurden in andere Betreuungen übergeleitet. Bisher sind bei lediglich drei Entlassenen Rückfälle bekannt geworden, wobei einer erneut mit einer Sexualstraftat auffällig wurde.

Im Schnitt verbringt ein Gefangener zwei Jahre und 11 Monate in der Einrichtung.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen