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Abnehmen leicht gemacht : Zehn Mythen über Diäten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Macht Fett fett? Ist das Frühstück wirklich so wichtig? Die Diätetik-Dozenten der Neubrandenburger Hochschule, Dr. Luzia Valentini und Daniel Buchholz, geben Antworten.

1. Fett macht fett

Das ist nicht zwangsläufig so, denn Fett hat lediglich mehr Kalorien als andere Nahrungsmittelbestandteile. Deshalb kann es mit fetten Speisen schneller passieren, dass man mehr zu sich nimmt, als man eigentlich braucht. Isst man aber nur soviel wie man braucht, wird das aufgenommene Fett verbrannt und nicht angelegt.

2. Weniger essen macht dünn

Das ist ein Fakt. Wer weniger isst, als er täglich verbraucht, der wird an Körpergewicht verlieren. Dabei kann bei Übergewicht eine Gewichtsabnahme von 500 bis 1000 Gramm pro Woche durchaus gesund sein.

3. Viel trinken hilft beim Abnehmen

Das stimmt tatsächlich. Studien haben gezeigt, dass Menschen die viel Wasser trinken, mehr abnehmen. Am besten funktioniert dies mit kaltem Wasser. Ein Glas Wasser, vor den Mahlzeiten getrunken, reduziert auch das Hungergefühl. Bei einer gesunden Nierenfunktion muss man sich im Übrigen keine Sorgen machen, ob man vielleicht zu viel trinkt.
 

4. Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages

Foto: Imago
Foto: Imago

Falsch. Jeder Mensch hat seinen eigenen Biorhythmus, auch was die Hormonproduktion betrifft. Diese wiederum beeinflusst maßgeblich den Hunger und die Verdauung. Und wer erst auf der Arbeit gegen 10 Uhr etwas braucht, der sollte sich dann ein Frühstück gönnen. Wichtig ist bei allen Gewohnheiten, dass man über den Tag so viele Nährstoffe zu sich nimmt, wie man braucht, und dass man dabei auch an die nötigen Vitamine denkt.

5. Nach 19 Uhr sollte man nichts mehr essen

Foto: Imago
Foto: Imago

Das ähnelt der vorangegangenen „Weisheit“ und ist genauso Quatsch. Man verdaut nachts nicht schlechter als bei Tage. Ein Mensch ähnelt einem Auto, das je nach Tagesstrecke einen Verbrauch hat. Damit der Tank nicht leer ist, muss man nachtanken. Wann man aber tankt und in welchen Portionen über den Tag verteilt, hängt sehr von den persönlichen Gewohnheiten ab. Hauptsache man tankt ausreichend.

6. Zwischenmahlzeiten gehen auf die Hüfte

 

Wenn Zwischenmahlzeiten vor allem aus Süßigkeiten bestehen, dann stimmt das. Die Deutschen essen zu viel Zucker. Sie haben nicht umsonst einen durchschnittlichen BMI (Body Mass Index) von 25,7, was einem leichten Übergewicht entspricht. Es ist die Mischung aus Junk-Food (Minderwertige Lebensmittel mit vielen Geschmacksverstärkern) und Zucker, die es uns schwer macht, genau so viel zu essen, wie wir brauchen. Also Zwischenmahlzeiten sind Mahlzeiten und müssen in die tägliche Nährstoffmenge einkalkuliert werden. Die Schokolade nach dem Nachmittagskaffee verkleinert deshalb vielleicht die Größe des Abendbrotes.

7. Vegetarier nehmen schneller ab

 

Das haben Studien bestätigt, obwohl es noch keine eindeutige Erklärung dafür gibt. Glaubwürdig ist nur, dass man sich mit vegetarischer Kost seltener über den Bedarf versorgt, solange man Junk vermeidet und dass man als Vegetarier nicht den Fehler macht, sich hauptsächlich von Schokolade und Pudding zu ernähren.

8. Kein Sport während der Diät

 

Die Logik, dass Sport den Bedarf erhöht und man dadurch den Jojo-Effekt verstärkt, ist völliger Unsinn! Um abzunehmen kann man an zwei Stellschrauben drehen: Erstens die Nahrungszufuhr drosseln. Zweitens den Verbrauch erhöhen. Das tut man logischerweise mit Bewegung. Wer an beiden Schrauben gleichzeitig dreht, nimmt am schnellsten ab. Zudem verringert der Sport die Rückbildung der Muskulatur, die beim Abnehmen zwangsläufig eintritt. Im Gegensatz zum Volksglauben verringert man damit also die Gefahr des Jojo-Effekts.

9. Fasten entschlackt den Körper

So etwas wie Schlacke im Körper gibt es nicht. Der menschliche Körper ist keine Klärgrube, in der sich unsichtbarer Müll ablagert. Die positiven Auswirkungen des Fastens sind trotzdem dokumentiert. Die Theorien über die Ursachen betonen die seelischen Auswirkungen, die mit der Askese und dem vielleicht damit verknüpften Glauben einhergehen.

10. Warme Mahlzeiten sind gesünder

Grünkohl. Foto: dpa
Grünkohl. Foto: dpa
 

Sind sie nicht! Gekochte Speisen können allerdings anders verdaut werden. Bei richtiger Zubereitung kann der Mensch die körperfremden leichter in körpereigene Stoffe und damit in Energie umwandeln. Ob man die Nahrung aber nach dem Kochen erkalten lässt, körperwarm oder ofenheiß zu sich nimmt, spielt diätetisch keine Rolle.

 

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erstellt am 07.Sep.2014 | 09:25 Uhr

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