Auto-Zulassung in SH : Wunschkennzeichen - von „SE-XY“ bis „KI-EL“

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Den Kommunen spült das Verlangen nach etwas Individualität auf dem Nummernschild Extra-Einnahmen in die Kassen.

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07. Januar 2017, 18:56 Uhr

„KI-EL“er gibt es reichlich auf den Straßen im Norden. „PLÖ-N“er ebenso. Andere sind dagegen „SE-XY“. Zur Not reicht einigen Autobesitzern im Kreis Segeberg aber auch „SE-KS“, das sich ähnlich anhört wie Sex. Viele Autofahrer im Norden sind mit Wunschkennzeichen an ihrem Wagen unterwegs. Das Verlangen nach individuellen Nummernschildern verschafft den Kommunen jedes Jahr dankbare Einnahmen. Und in einigen Regionen des Landes steigt die Nachfrage nach Wunschkennzeichen weiter an, wie eine Umfrage unter den Kreisen und kreisfreien Städten ergab.

„Hauptsächlicher Beweggrund ist die größere Identifikation mit dem Fahrzeug“, sagt Sprecher Oliver Carstens vom Kreis Pinneberg. Oft folgten nach „PI“ die Initialen des Besitzers, gefolgt vom Geburtsdatum. „Aber auch einfache Kombinationen mit gleich lautenden Ziffern werden gewünscht, zum leichteren Merken.“

Im Kreis Segeberg gibt es gleich vier Renner unter den Wunsch-Kennzeichen: „SE-XY“ (1186 Fahrzeuge), „SE-X“ (763 Fahrzeuge), „SE-KT“ (1033) sowie „SE-KS“ (840). 2,34 Millionen Euro hat der Kreis im vergangenen Jahr mit Zulassungen eingenommen, davon 368  179 Euro durch Wunsch-Kennzeichen. Das war etwas mehr als 2014 (363  100 Euro).

Autofahrer lassen sich ihr Wunsch-Nummernschild 10,20 Euro kosten – mit vorheriger Reservierung macht das gemäß bundeseinheitlicher Gebührenordnung 12,80 Euro. „Die Bürger behalten gerne die Kennzeichen vom bisherigen Fahrzeug“, sagt Neumünsters Sprecher Stephan Beitz. Für das neue Auto zahlen sie dann wieder die Gebühr.

Die Nachfrage nach solchen Kennzeichen steige an, sagt Beitz. Im vergangenen Jahr freute sich Neumünster über ein sattes Plus. Nach knapp 105.000 Euro in 2014 nahm die Stadt auf diesem Weg im vergangenen Jahr mehr als 115.000 Euro ein. Im Kreis Stormarn wurden im vergangenen nach Behördenangaben 21.149 Kennzeichen über das Internet reserviert und 30.181 direkt in der Zulassungsbehörde. Das waren ingesamt 2142 mehr als noch 2014. Geschätzt werden nach Angaben der dortigen Zulassungsbehörde allerdings nur etwa die Hälfte der reservierten Kennzeichen tatsächlich für die Zulassung verwendet. „Viele Kunden reservieren sich erstmals zwei bis drei Kennzeichen und überlegen dann, welches sie nehmen.“

Mehr Einnahmen durch Wunsch-Kennzeichen gab es auch im Kreis Plön. Sie stiegen 2015 gegenüber dem Vorjahr um 14  000 auf 193  000 Euro. „Neben den Anfangsbuchstaben des eigenen Namens sind die sogenannten N-Nummern, die das Kennzeichen ‚PLÖ‘ vervollständigen, sehr beliebt“, sagt Landrätin Stephanie Ladwig. Auch Schnapszahlen und volle Hunderter- oder Tausender-Zahlen seien begehrt.

Für den Kreis Rendsburg-Eckernförde zahlte sich wiederum die Kennzeichenliberalisierung vor einigen Jahren aus. Im Kreis waren Ende vergangenen Jahres mehr als 252  000 Fahrzeuge angemeldet. Davon besaßen 22  547 das erst 2013 eingeführte Kennzeichen „ECK“. Die Autofahrer in der Landeshauptstadt können mit ihrer Liebe zu ihrer Stadt noch einen Schritt weiter gehen. Dort sind nach Angaben der Stadt 6034 Fahrzeuge mit dem Kennzeichen „KI-EL“ unterwegs.

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