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Besetztes Möbel-Kraft-Gelände in Kiel : Wohnwagengruppe lässt Ultimatum zur Räumung am Prüner Schlag verstreichen

vom

Der Grundstückseigentümer Möbel Kraft wollte die Bauwagenleute loswerden. Doch die lassen sich davon nicht beirren.

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2017 | 19:30 Uhr

Kiel | Ein Wohnwagengruppe besetzt seit Ende April den Prüner Schlag in Kiel. Sie wollen sich ein Stück Freiraum in der Landeshauptstadt erkämpfen. Doch für das Grundstück gibt es andere Pläne. Dort soll ein neues Einrichtungshaus von Möbel Kraft gebaut werden. Den Besetzern wurde daher ein Ultimatum vom Grundstückseigentümer gestellt. Bis Sonntag sollten sie das Areal verlassen haben. Daran hielten sie sich nicht. Auch am Montag harrten die Besetzer mit ihren Wohnwagen weiter aus. Das bestätigte Ralph Göttsche von Möbel Kraft gegenüber shz.de.

Bisher sei nichts passiert und alle Besetzer seien noch auf dem Gelände, sagte Göttsche. Die Gruppe hatte zuvor erklärt, man verlasse das Areal, wenn ihnen die Stadt eine adäquate Alternative anbiete. Das ist bisher nicht geschehen.

Zwar signalisierte die Stadt Kiel Gesprächsbereitschaft, man wolle sich aber auch nicht erpressen lassen, hieß es. Möbel Kraft versuche indes zwischen Besetzern und Stadt zu vermitteln, sagte Göttsche. Trotz allem stehe aber eine Straftat des Hausfriedensbruchs auf Privateigentum im Raum, sodass jetzt Strafanzeige gestellt worden sei. Durch eine einstweilige Verfügung wolle Möbel Kraft mit Gerichtsvollzieher und Polizeieinsatz (u.a. dem Aufnehmen der Personalien) Druck aufbauen.

Das Unternehmen könne für etwaige Unfälle auf dem Gelände haftbar gemacht werden, erklärte Göttsche, daher wolle man räumen. Eine Duldung könne in rechtlicher Hinsicht beizeiten zu Problemen führen. Zudem befürchte man, dass sich noch mehr Besetzer zu der Gruppe gesellen könnten. „Es gibt immerhin klare Vorschriften und Gesetze“, sagte Göttsche. Er betonte, dass Möbel Kraft deeskalierend (zwischen Stadt und Besetzern) tätig sein wolle, und dass man „mit den Leuten dort sehr gut und nett reden kann“. Immerhin richte sich ihr Ansinnen weniger gegen Möbel Kraft als gegen die Stadt Kiel.

 

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