Wie im Fall von Holstein Kiel : Wohnungswirtschaft: Wenig Beteiligung bei Ausschreibungen

Schleswig-Holstein will bis 2021 rund 51.000 Wohnungen bauen.

Schleswig-Holstein will bis 2021 rund 51.000 Wohnungen bauen.

Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen beklagt mangelnde Baukapazität. Das Defizit spiegelt sich im Preis wider.

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02. Oktober 2018, 16:53 Uhr

Kiel/Hamburg | An Ausschreibungen für Bauvorhaben beteiligen sich nach Darstellung der norddeutschen Wohnungswirtschaft deutlich weniger Unternehmen als noch vor wenigen Jahren. Das habe eine Umfrage ergeben, teilte am Dienstag der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) mit.

Genossenschaften berichteten von einem Rückgang um die Hälfte. „Der Mangel an Kapazitäten in der Bauwirtschaft behindert inzwischen massiv den Bau preiswerter Wohnungen“, sagte VNW-Direktor Andreas Breitner. Dies gefährde das Ziel, in Schleswig-Holstein bis 2021 rund 51.000 Wohnungen zu bauen.

Insofern seien die Probleme des Fußball-Zweitligisten Holstein Kiel kein Einzelfall, sagte Breitner. Auf die europaweite Ausschreibung für den Neubau einer Tribüne des Stadions hatte sich kein einziges Bauunternehmen beworben. Viel zu oft erhielten bauwillige Wohnungsunternehmen mittlerweile die Antwort, frühestens in einem Jahr seien wieder Kapazitäten frei, gab Breitner an.

Verschiebung von Bauprojekten

Laut VNW berichtete eine Genossenschaft, die Zahl der Angebote sei von einst fünf bis acht auf eins bis drei gesunken. In Einzelfällen komme gar kein Angebot. Im Wesentlichen betroffen seien Mauer- und Betonarbeiten, Schlosser- und Metallbauarbeiten sowie haustechnische Gewerke. Das habe bereits zu erheblichen Verschiebungen von Bauprojekten geführt. Zudem seien die Preise gestiegen.

Im Vergleich zu Ausschreibungsergebnissen aus den Jahren 2014 und 2015 verzeichnete das Unternehmen Baupreiserhöhungen von 14 bis 17 Prozent. Für Bauvorhaben mit mehr als 20 Wohneinheiten im Osten Schleswig-Holsteins gebe es keine Sanitär- und Heizungsfirma mehr mit ausreichend Personal. Hier arbeite man inzwischen mit Unternehmen aus Niedersachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zusammen.

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