Wissen, woher der Wind weht

Wettermann an der Förde: Martin Hoppe Foto: Salomonsen
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Wettermann an der Förde: Martin Hoppe Foto: Salomonsen

Internetseite nordwind-ev.de versorgt Wassersportler mit aktuellen Wetterinformationen / Ehrenamtlicher Service rund um die Uhr

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04. August 2012, 09:43 Uhr

Flensburg | "Es ist schon ärgerlich: Jedes Mal, wenn eine Messstation kaputtgeht, müssen wir los und sie reparieren lassen. Wenn man erst einmal damit angefangen hat, so eine Dienstleistung anzubieten, muss alles reibungslos funktionieren", sagt Martin Hoppe, Vorsitzender des Vereins "Nordwind-ev".

Der Flensburger Verein hat nur neun Mitglieder, von denen sich drei der Aktualisierung der Internetseite nordwind-ev.de und der Instandhaltung der zehn bis elf Messstationen in Südschleswig annehmen. Sie tun dies ehrenamtlich, ohne einen Cent dafür zu bekommen, weil sie der Meinung sind, dass es für die Wassersportler auf der Flensburger Förde, auf Sylt und an der Westküste wichtig ist, verlässliche Wetterdaten zu bekommen.

Die Messstationen stehen in Flensburg, Sonwik, Holnis, Gelting und Eckernförde und auf der anderen Seite unter anderem in Norderney, am Strand von St. Peter-Ording und auf Sylt. Dort gab es vor Kurzem technische Probleme: Erst ging die Station in Wenningstedt kaputt - und dann eine zweite in List. "Das ist schon ärgerlich", findet der ehemalige Surfer, der inzwischen sein Surfbrett gegen ein Segelboot ausgetauscht hat. Doch es kommt vor - zumeist gerade dann, "wenn man endlich das Geld für neue Investitionen zusammenhat." Jede Messstation kostet etwa 3000 Euro. Etabliert werden sie oft in Zusammenarbeit mit der Tourismusverwaltung. "Die bezahlt die Geräte - wir machen die Arbeit."

Martin Hoppe ist Elektrotechniker und die beiden anderen Aktiven des Vereins sind von Beruf Informatiker und Mathematik- und Physiklehrer. Die gesamte Programmierung der Internetseite, mitsamt Grafiken der Wetterprognosen und einschließlich eines Prognose-Videos, das die Bewegung der Luftdruckgebiete zeigt, ist hausgemacht. Im Jahr 2004 begann Nordwind-ev damit, von der ersten Station bei Holnis Wettermeldungen zu senden. Die Stationen zeigen die aktuellen Wetterverhältnisse an dem jeweiligen Ort, Windstärke, Temperatur und das Wichtigste: die Windrichtung, die Windstärke und die maximale Stärke der Windböen.

Darüber hinaus stellt der Verein eine Wettervorhersage zur Verfügung. Diese Prognosen allerdings sind dazugekauft. "Ich möchte nicht verraten, wo wir sie bekommen." Nur soviel: "Es handelt sich um einen internationalen Anbieter."

Obwohl also die Wettermeldungen für Deutschland im Ausland gekauft werden, funktioniert das Ganze gut. Die aussagekräftigen Grafiken ernten Lob, und die Segler klicken zudem auf die aktuellen Meldungen der Wetterstation: Das sind täglich immerhin zwischen 1500 und 2000 Nutzer. Besonders am Mittwoch, denn: Wenn die internen Clubregatten sind, "verzeichnen wir mehr Klicks auf unserer Internetseite als sonst." Martin Hoppe zeigt offen seinen Stolz über die positiven Rückmeldungen. Und schickt gleich n och eine Anekdote hinterher: "Wir haben auch in Sonderburg eine Wetterstation. Eines Tages lag ich mit meinem Boot im Sonderburger Hafen und bekam von einem dänischen Segler den Tipp, auf Nordwind-ev.de zu gehen, weil man dort zuverlässige Wettermeldungen bekomme - das hat mich natürlich außerordentlich gefreut."

Der Verein plant nun, ungeachtet der Arbeit mit den gegenwärtigen Stationen, weitere aufzustellen. Das nächste große Ziel sind Wetterstationen an der Kieler Förde, wo es beispielsweise zur Kieler Woche einen dringenden Bedarf gibt.

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