MS Deutschland : ZDF führt Gespräche über ein neues „Traumschiff“

Die „Deutschland“ 2009 im Hamburger Hafen.
Die „Deutschland“ 2009 im Hamburger Hafen.

Millionen Fernsehzuschauer kennen die MS „Deutschland“ als das ZDF-„Traumschiff“. Vermutlich müssen sie sich an ein neues Schiff gewöhnen. Grund ist die Insolvenz der Betreiber des Kreuzfahrers.

shz.de von
02. Januar 2015, 13:03 Uhr

Eutin/Neustadt | Für Fans der ZDF-Serie „Das Traumschiff“ könnte es ein Happy End geben: Das ZDF führt Gespräche über ein neues „Traumschiff“. Das sagte ein Sprecher des Senders am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. „Es gibt aber derzeit noch keine konkreten Ergebnisse, die wir bestätigen könnten.“ Die „Bild am Sonntag“ hatte jüngst berichtet, das ZDF plane seine Heile-Welt-Reihe künftig nicht mehr auf der MS „Deutschland“, sondern auf der „Amadea“ zu drehen.

Die „MS Amadea“   passiert oft den Nord-Ostsee-Kanal. An Bord reist eine deutschsprachige „Gemeinde“  von rund 600 Passagieren mit.
lz
Wird es das neue „Traumschiff“?: die „MS Amadea“.
 

Hintergrund sind die Auswirkungen der Insolvenz der Betreiber der „Deutschland“ und der zugehörigen Reederei. Das Schiff ist seit 1999 Drehort für die Erfolgssendung. Es ist das vierte „Traumschiff“ seit 1981 - nach der „Vistafjord“, der „Astor“ und der „Berlin“.

Auf der „Deutschland“ lasten 60 Millionen Euro Schulden, wie der Sprecher des Insolvenzverwalters am Freitag in Kiel mitteilte. Das Insolvenzverfahren am Amtsgericht Eutin ist nunmehr eröffnet. Zum Insolvenzverwalter wurde der Kieler Rechtsanwalt Reinhold Schmidt-Sperber ernannt.

Neben den Verbindlichkeiten der MS „Deutschland“ gebe auch etwa zwei Millionen Euro Außenstände, die die Reederei betreffen, erläuterte der Sprecher des Insolvenzverwalters. Allein die Beteiligungsgesellschaft habe rund 1500 Gläubiger. Sie sollen demnächst ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter anmelden. Die erste Gläubigerversammlung ist am 20. Februar in Eutin geplant.

Die Arbeitsverhältnisse der 280-köpfigen Crew und der rund 40 Mitarbeiter in Neustadt in Holstein, wo die Reederei Peter Deilmann ihren Sitz hat, bleiben den Angaben zufolge bis auf weiteres bestehen. Die Löhne, Gehälter und Heuern sollen voraussichtlich weiterhin in voller Höhe ausgezahlt werden.

Wegen der nach wie vor ungeklärten Situation des Kreuzfahrtschiffes hatte Schmidt-Sperber Ende November eine geplante mehrmonatige Weltreise des Schiffes abgesagt.

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