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Immobilienpreise : Wohnungen in SH um 24 Prozent teurer

vom
Aus der Onlineredaktion

Wer sich in Kiel-Düsternbrook oder Travemünde ein Haus oder eine Wohnung kaufen möchte, muss tiefer in die Tasche greifen als in Rendsburg. Die Preise werden in den großen Siedlungsgebieten weiter steigen, sagt die LBS.

Kiel | In den großen Siedlungsräumen in Schleswig-Holstein sind in den vergangenen zwei Jahren die Immobilienpreise deutlich gestiegen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der LBS Bausparkasse Schleswig-Holstein-Hamburg AG in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Forschungsinstitut F+B. Im Durchschnitt mussten Käufer für bestehende Ein- und Zweifamilienhäuser 13,2 Prozent und für bestehende Eigentumswohnungen 24,2 Prozent mehr zahlen als noch vor zwei Jahren. Der Studie zufolge schnellten die Preise binnen zwei Jahren teilweise um mehr als 30 oder gar 40 Prozent in die Höhe. Und der Preisanstieg ist noch nicht am Ende.

Ermittelt wurden Preise in Städten und Gemeinden mit mehr als 20.000 Einwohnern. Dazu gehörten die größten Städte in Schleswig-Holstein: Kiel, Lübeck, Flensburg – jeweils mit Umland – sowie Neumünster und Norderstedt. Hinzu kamen im Nordwesten Schleswig, Rendsburg (zusätzlich Büdelsdorf), Eckernförde, Husum und Heide. Im Südwesten haben Kaltenkirchen, Henstedt-Ulzburg, Qucikborn, Itzehoe, Elmshorn, Pinneberg und Wedel mehr als 20.000 Einwohner. Im Südosten waren Bad Oldesloe, Ahrensburg, Reinbek und Geesthacht Teil der Untersuchung. Im Nordosten wurden zusätzlich Eutin, Malente und Plön untersucht (gemeinsam etwa 35.000 Einwohner).

„Wie von uns erwartet zeigt die Untersuchung, dass die Immobilienpreise in den großen Siedlungsräumen seit 2012 gestiegen sind. In diesen Regionen wächst zum Teil auch die Bevölkerung überproportional“, sagt Peter Magel, Vorstandsvorsitzender der LBS, bei der Präsentation der Immobilienmarkt-Studie am Dienstag in Kiel.

Im Untersuchungszeitraum von Juni 2013 bis Juni 2014 reichen die Angebotspreise für Ein- und Zweifamilienhäuser von 1020 Euro bis zu 2595 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Wer in Kiel-Düsternbrook, Wedel, Ahrensburg, Travemünde, Norderstedt-Glashütte oder in Reinbek wohnen möchte, muss tiefer in die Tasche greifen als zum Beispiel in Heide, Rendsburg, Schleswig, Itzehoe oder Neumünster. „Bis auf wenige lokale Ausnahmen sind die Preise gestiegen. In besonders begehrten Wohnlagen zahlen Käufer für gebrauchte Eigenheime bis zu 640 Euro pro Quadratmeter mehr als noch vor zwei Jahren“, so Magel.

Die drei größten Städte in Schleswig-Holstein im Vergleich: So teuer sind bestehende Ein- und Zweifamilienhäuser in Kiel, Lübeck und Flensburg (Preis pro Quadratmeter, Grafiken: LBS Bausparkasse):

 

Die Preise für Eigentumswohnungen lagen zwischen 751 Euro und 2723 Euro pro Quadratmeter. Die höchsten Preise mit über 2100 Euro pro Quadratmeter werden in Kiel-Düsternbrook, Travemünde, Heikendorf, Holtenau, Norderstedt-Glashütte und Lübeck-Altstadt verlangt. Deutlich unter 900 Euro pro Quadratmeter und damit sehr viel günstiger sind Eigentumswohnungen zum Beispiel in Lübeck-Moisling, in Neumünster/Faldera oder Rendsburg. „Die Preisentwicklung folgt der Immobiliennachfrage“, sagt Magel.

So teuer sind bestehende Eigentumswohnungen in Kiel, Lübeck und Flensburg (Preis pro Quadratmeter, Grafiken: LBS Bausparkasse):

 
 
 

Insgesamt verzeichnete Schleswig-Holstein in der Zeit vom 1. Januar 2012 bis 30. September 2013 laut Statistikamt Nord einen Bevölkerungszuwachs von 11.377 Einwohnern (plus 0,4 Prozent). Davon zogen die in der Studie untersuchten Siedlungsräume mit 10.302 Menschen (plus 0,8 Prozent) überproportional mehr neue Einwohner an.

Auch zukünftig erwartet der LBS-Chef in den großen Siedlungsgebieten steigende Bevölkerungszahlen und Immobilienpreise. „Profitieren werden Regionen, die ihre Infrastruktur entsprechend ausrichten“, meint Magel. Dazu gehörten zum Beispiel Bildungseinrichtungen, Einkaufsmöglichkeiten, Kultur- und Freizeitangebote, schnelles Internet und gute Seniorenbetreuung. „Gerade ältere Menschen suchen zunehmend die Nähe einer urbanen Infrastruktur, die sie in den Vororten größerer Städte und in Kleinstädten finden.“

Die niedrigen Zinsen trügen weiter dazu bei, dass Anleger Geld in Immobilien umschichteten. Es gebe auch Fälle, in denen Käufer die ganze Summe in bar zahlten. Die stark gestiegenen Preise deuteten darauf, dass es ein zu knappes Angebot an Wohnungen gibt. „Insgesamt geht es kräftig nach oben“, sagte Magel. Dennoch sei das Preisniveau im Norden noch nicht abgehoben, auch wenn es lokale Übertreibungen gebe. „Ich sehe derzeit überhaupt keine Anzeichen für irgendeine Blase“, betonte der LBS-Chef.

Für den neuen LBS-Immobilienmarktatlas wurden neben Daten aus offiziellen statistischen Quellen 8658 öffentlich zugängliche Immobilien-Angebote für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Eigentumswohnungen aus den Siedlungsgebieten Kiel, Flensburg, Lübeck, Neumünster und Norderstedt mit Stadtteilen und einigen Umlandgemeinden, sowie den Städten in den Regionen Nord-West, Nord-Ost, Süd-West und Süd-Ost ausgewertet. Die Ergebnisse helfen, die Markttransparenz zu erhöhen und liefern Anhaltspunkte für die Einschätzung der zukünftigen Entwicklung auf dem schleswig-holsteinischen Immobilienmarkt.
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erstellt am 07.Okt.2014 | 14:16 Uhr

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