Sanierungsbedarf : Wirtschaft sammelt Unterschriften für den Kanal

Die große Nordschleuse in Brunsbüttel fällt für mindestens zwei Wochen aus. Foto: dpa
Die große Nordschleuse in Brunsbüttel fällt für mindestens zwei Wochen aus. Foto: dpa

Eine Petition soll Verkehrsminister Ramsauer zum Handeln bewegen: Der Nord-Ostsee-Kanal muss an vielen Stellen saniert werden.

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29. August 2012, 11:04 Uhr

Kiel/Brunsbüttel | Die für große Schiffe wichtige Nordschleuse des Nord-Ostsee-Kanals bei Brunsbüttel bleibt nach einem Defekt voraussichtlich für zwei Wochen geschlossen. Die genaue Dauer der Reparaturarbeiten sei nicht vorhersagbar, sagte der Pressesprecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes Brunsbüttel, Thomas Fischer. Dies hänge auch davon ab, welche Ersatzteile noch vorliegen oder extra nachgefertigt werden müssten. Der Antrieb für das kanalseitige Schiebetor der Nordkammer funktioniere seit vergangenem Donnerstag nicht mehr.
Zu langen Wartezeiten vor dem Kanal sei es aber bislang noch nicht gekommen. Noch stünden eine große und zwei kleine Kanalschleusen zur Verfügung, sagte der Sprecher. Sollten aber viele große Schiffe gleichzeitig den Kanal ansteuern, könne es schnell zu stundenlangen Wartezeiten kommen.
Großer Modernisierungsbedarf
Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) forderte den Bund angesichts der Panne erneut zum Handeln auf. "Wir brauchen einen Zeitplan, einen Masterplan für den Nord-Ostsee-Kanal", sagte der Minister. Die Wasserstraße sei in die Jahre gekommen und habe großen Modernisierungsbedarf. Es gehe um die Instandsetzung der Schleusen, um eine Begradigung des Kanals an bestimmten Stellen sowie eine weitere Vertiefung.
Mitglieder des Maritimen Forums aus Kiel hatten in der vergangenen Woche eine Petition gestartet, um beim Bund auf den Erhalt und Ausbau des Kanals zu dringen. Die Initiatoren wollen mit möglichst vielen Unterschriften Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) zum Handeln bewegen. Die Petition läuft noch bis zum 22. Oktober. Montag hatte sie knapp 1500 Unterstützer.
Mehr als 100 Million Tonnen Güter transportiert
Kürzlich erst war in Kiel-Holtenau eine große Schleusenkammer gesperrt worden, weil verschlissene Teile einen Schaden verursacht hatten. Vor der Schleuse stauten sich immer wieder Schiffe. Auf der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt werden in Spitzenjahren mehr als 100 Millionen Tonnen Güter transportiert.
Der Ausbau des Kanals ist wegen knapper Finanzmittel Dauerthema zwischen Schleswig-Holstein und dem Bundesverkehrsministerium. Die Gesamtkosten für die verschiedenen Projekte belaufen sich nach groben Schätzungen vom Bund auf rund 1,25 Milliarden Euro. In einem ersten Schritt hatte das Bundesverkehrsministerium den Neubau der fünften Schleusenkammer in Brunsbüttel bewilligt. Der Startschuss für das rund 300 Millionen teure Projekt fiel in diesem Frühjahr.

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