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Europäischer Meeres- und Fischereifonds : „Wir brauchen mehr Fische im Meer“

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Fischer sollen möglichst schonend ihren Fang machen – dafür will ihnen die EU mehr Geld bewilligen. Trotzdem bleibt Kritik von Umweltverbänden nicht aus. Vom Tisch ist die umstrittene Abwrackprämie für alte Kähne.

Brüssel | Fischer sollen nach dem Willen des Europaparlaments Zuschüsse für schonendere Fangtechniken bekommen. Die Abgeordneten stimmten am Mittwoch in Straßburg über die Verwendung von insgesamt 6,5 Milliarden Euro aus dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds ab. Mit der vereinbarten Position wird das Parlament nun Verhandlungen mit Vertretern der EU-Staaten beginnen.

Unterstützung können sich Fischer für Investitionen in bessere Netze erhoffen. Dies soll unerwünschten Beifang verhindern helfen und so die Fangmenge verringern. Auch für wissenschaftliche Untersuchungen zum Stand der Bestände ist Geld eingeplant.

EU-Fischereikommissarin Maria Damanaki zeigte sich erleichtert, dass die Abgeordneten der umstrittenen Abwrackprämie für alte Kähne eine Absage erteilten. Damanaki hatte ebenso wie Umweltverbände gefürchtet, dass modernere Schiffe mithilfe von EU-Geldern noch mehr Fische aus den ohnehin schon ausgelaugten Gewässern ziehen. „Neubauten zu subventionieren ist grundfalsch. Wir brauchen nicht größere und schnellere Schiffe, sondern mehr Fische im Meer“, sagte die schleswig-holsteinische Fischereiexpertin Ulrike Rodust.

Umweltverbände übten indes Kritik an geplanten Subventionen für den Motorentausch auf Fischerbooten. Die Abgeordneten wollen diese bewilligen, wenn die neuen Maschinen wenigsten 40 Prozent weniger Leistung haben als ihre Vorgänger. „Schiffe mit kraftstoffsparenden Motoren erlauben mehr Betriebsstunden auf See und führen nachweislich zu intensiverer Fischereitätigkeit“, sagte Anna Holl vom WWF.

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erstellt am 23.10.2013 | 18:45 Uhr

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