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WindEnergy 2014 : Wind-Messe: Husum und Hamburg Hand in Hand

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

In Hamburg feiert die WindEnergy ihre Premiere – auch Peter Becker ist dabei. Der Geschäftsführer der Husumer Messegesellschaft hat das Kriegsbeil längst begraben.

Hamburg/Husum | Wäre es nach Peter Becker gegangen, dann würde es diese Messe gar nicht geben. Nun aber ist der Geschäftsführer der Husumer Messegesellschaft doch mitten drin in der WindEnergy 2014, der Weltleitmesse für Windenergie in Hamburg. Nach einem erbitterten zweijährigen Ringen hat Husum den Hanseaten widerwillig das Schaufenster der internationalen Boombranche überlassen müssen. Doch der Zorn, so scheint es, ist verraucht, da die WindEnergy in Hamburg in diesen Tagen eine viel beachtete Premiere gefeiert hat. Die Streithähne von gestern als Partner von heute.

„Wir sind Mitveranstalter der WindEnergy, die Hamburger sind Mitveranstalter der HusumWind“, sagt Becker. In einem auf zehn Jahre angelegten Vertrag haben beide Messegesellschaften 2013 nicht nur den Umzug der Top-Schau vom Deich an die Alster vereinbart. Sondern eben auch eine enge Kooperation beider Standorte. Fortan gibt es zwei Windmessen im Norden, die sich im Zwei-Jahres-Turnus abwechseln. Die Husumer sind in den ungeraden Jahren dran, 2015 wird die neue HusumWind erstmals Hersteller, Entwickler und Dienstleister der Branche in Nordfriesland empfangen – dann mit Fokus auf den deutschen Markt. Die Zahl der Aussteller, so schätzt der Husumer Messechef, werde sich dann mit 500 bis 600 im Vergleich zur letzten Großveranstaltung 2012 halbieren. In Hamburg gastieren noch bis heute mehr als 1200 Anbieter aus 33 Ländern. „Die Größenordnung hätten wir auch geschafft“, sagt Becker, der allerdings einräumt: „Bei weiterem Wachstum wären wir an unsere Grenzen gestoßen.“ Hamburgs WindEnergy sei gewiss nicht besser, aber industrieller und internationaler als ihre Vorgängerveranstaltung, die vor 25 Jahren in der Kreisstadt geboren wurde.

Die neue HusumWind werde sich mit geändertem Konzept präsentieren. „Wir wollen stärker die Praxisthemen spielen“, sagt Becker. Etwa beim Bau von Bürgerwindparks. Erstmals wird es auch Fachseminare geben. Schon jetzt spüre er dafür viel Resonanz bei Ausstellern in Hamburg, von denen viele bereits einen Stand in Husum gebucht hätten.

Ist wirklich nichts zurückgeblieben vom Messezoff, der beide Bundesländer vorübergehend in eine Eiszeit geführt hatte? „Nein“, versichert Becker. „Wir sehen das als Geschäft und der erzielte Kompromiss macht mich stolz.“ Denn der gebe der Windmesse Husum eine Zukunft. Wäre es tatsächlich zu zeitgleichen Veranstaltungen gekommen, hätte Norddeutschland das weltweit wichtigste Branchentreffen am Ende ganz verloren, glaubt Becker. Am Selbstbewusstsein hat der Verlust ohnehin nicht genagt. Das Original am Deich sei auf einzigartige Weise familiär, bodenständig und vom Geist echter Windenergie-Pioniere getragen, schwärmt der Husumer Messeorganisator. Daran ändere sich nichts. Peter Becker: „Husum ist Kult, das kann man nicht klonen.“

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erstellt am 25.Sep.2014 | 12:45 Uhr

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