Arbeitslosenzahlen : Wieder mehr als 100.000 Arbeitslose im Norden

Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit gilt für den Wintermonat Dezember als saisontypisch. Foto: dpa
Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit gilt für den Wintermonat Dezember als saisontypisch. Foto: dpa

Die Zahl der Arbeitslosen in Schleswig-Holstein ist im Dezember auf 104.000 gestiegen.

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05. Januar 2011, 10:41 Uhr

Damit waren Ende des Jahres 5100 Menschen mehr ohne festen Job als im November, aber 4100 weniger als ein Jahr zuvor. Es war die niedrigste Arbeitslosenzahl in einem Dezember seit 1992, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Kiel mitteilte.Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit sei für den Wintermonat Dezember saisontypisch, betonte der Chef der Regionaldirektion, Jürgen Goecke.
In diesem Jahr habe der ungewöhnlich heftige Wintereinbruch diesen Effekt aber noch verstärkt. Als die Zahlen am 15. Dezember ermittelt wurden, gab es im Norden schon massiven Frost und Schnee - anders als vor einem Jahr. Dies führte dazu, dass auf dem Bau und in der Landwirtschaft mehr Menschen ihre Arbeit verloren.
"Wir haben eine grundsätzlich sehr positive Entwicklung"
Die Arbeitslosenquote beträgt im nördlichsten Bundesland nunmehr 7,3 Prozent. Vor einem Jahr waren es 7,6 Prozent. "Ich gehe davon aus, dass im Jahr 2011 die Arbeitslosigkeit weiter sinken wird", sagte Goecke. Im Oktober, das ist immer der Monat mit den niedrigsten Zahlen, rechne er mit etwa 93.000 Arbeitslosen. "Wir haben eine grundsätzlich sehr positive Entwicklung", sagte Goecke. Sehr erfreulich habe sich im vorigen Jahr die Beschäftigung entwickelt. Die aktuellsten Daten liegen dazu aus dem Oktober vor.
"Mit 842.500 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben wir den höchsten Stand in einem Oktober seit 1999 erreicht", resümierte der Chef der Regionaldirektion. "15.200 zusätzliche Arbeitsplätze sind im Vergleich zum Vorjahr entstanden." Beschäftigungszuwächse verbuchten Dienstleistungen für Unternehmen und das Baugewerbe, das noch vom Konjunkturpaket II profitierte. Ein weiterer positiver Konjunkturindikator ist die Tatsache, dass 2010 insgesamt 56.600 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte zur Vermittlung gemeldet wurden - 22,4 Prozent mehr als 2009.
Stormarn ist mit 4,0 Prozent der Kreis mit der niedrigsten Arbeitslosenquote
Mit Blick auf die Zukunft wächst aber die Gefahr, dass Unternehmen nicht mehr genug Fachkräfte haben, ob in der Pflege, bei Ingenieurs- oder Elektroberufen. In der Vergangenheit hatte Schleswig-Holstein noch stark von Nachwuchs speziell aus Mecklenburg-Vorpommern profitiert, der nun aber wegen des dortigen Bevölkerungsrückgangs zunehmend ausbleibt. "Wir brauchen eine Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive", sagte Goecke.
2010 gab es im Norden durchschnittlich 107.300 Arbeitslose, nachdem es 2009 noch 110.600 waren. Vom Abbau der Arbeitslosigkeit profitieren vor allem die unter 25-Jährigen. Die Zahl der Menschen ohne festen Job sank in dieser Altersgruppe im Vorjahresvergleich um 11,8 Prozent auf 10.400. Stormarn behauptete mit 4,0 Prozent seinen Spitzenplatz als Kreis mit der niedrigsten Arbeitslosenquote. Schleswig-Flensburg hat mit 8,7 Prozent den höchsten Wert. Bei den kreisfreien Städten hat Lübeck mit 10,5 Prozent die niedrigste Quote, Flensburg mit 12,3 Prozent die höchste.

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