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Husum, Niebüll und Tönning : Wie geht es weiter mit den Kliniken in Nordfriesland?

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Die Krankenhäuser in Nordfriesland arbeiten unrentabel. Am Freitag berät der Kreistag über die Klinik-Standorte.

shz.de von
erstellt am 11.Dez.2015 | 08:11 Uhr

Husum | In Nordfriesland stehen die Krankenhaus-Standorte Husum, Niebüll, und Tönning auf dem Prüfstand. Um die Wirtschaftlichkeit des Klinikums Nordfriesland sicher zu stellen, schlägt ein externes Gutachten gravierende Veränderungen vor. Der Kreistag will am Freitag beschließen, diese Empfehlungen durch ein Wirtschaftsberatungsunternehmen überprüfen zu lassen. Die Politiker wollen neben den betriebswirtschaftlichen Auswirkungen auch wissen, welche Folgen das für die stationäre Krankenhausversorgung im Kreisgebiet hat. Der Kreistag will dann auf seiner Sitzung im März 2016 über die zukünftige Struktur des kreiseigenen Klinikums entscheiden.

Wenn die Veränderungen, die das Gutachten vorschlägt, durchgesetzt werden, hätte das Auswirkungen auf die Versorgung. Geklärt werden muss beispielsweise, wie die Notfallversorgung in der Nacht und bei schwierigen Wetterlagen aufrechterhalten werden soll. 

Das Wirtschaftsberatungsunternehmen soll unter anderem die Auswirkungen auf den Rettungsdienst klären, die sich aus Schließungen oder Teilschließungen ergeben - zum Beispiel, wenn mehrere Einsätze gleichzeitig anfallen.

Im Detail müsste zum Beispiel Tönning laut Gutachten unter anderem die stationäre Versorgung mit bislang 29 Betten aufgeben und zu einem medizinischen Versorgungszentrum für ambulante Behandlungen werden.

In Niebüll sollten dem Gutachten zufolge die gynäkologische Abteilung samt Geburtshilfe sowie die Hals-Nasen-Ohren-Abteilung geschlossen werden. Außerdem sollte die Chirurgie in eine Tages-Chirurgie mit Anschluss an ein medizinisches Versorgungszentrum umgewandelt werden. Laut Gutachten sollten statt dessen die geriatrischen Kapazitäten ausgebaut werden.

Die in Tönning und Niebüll wegfallenden Angebote sollten danach in Husum als größtem der Standorte aufgenommen werden. Dort sollten jedoch die Neurochirurgie- und die Physiotherapie-Abteilung geschlossen werden, falls diese weiterhin nicht kostendeckend arbeiten.

 

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