WM 2014 in Brasilien : Wie der Handel in SH am Fußballfest verdienen will

Schuhe und Trikots werden vom  Fußballfan  Roman Wolf (von links) und den Spielern Thomas Müller und Julian Draxler  präsentiert.
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Schuhe und Trikots werden vom Fußballfan Roman Wolf (von links) und den Spielern Thomas Müller und Julian Draxler präsentiert.

Grillpartys und beste Laune: Auch die Unternehmen in SH hoffen auf ein Umsatzplus durch die Fußball-WM.

Till Lorenz ist Mitglied der Wirtschaftsredaktion. von
11. Juni 2014, 08:19 Uhr

Kiel | Die morgen beginnende Fußball-Weltmeisterschaft und das warme Wetter lassen beim Einzelhandel im Norden die Kassen klingeln. Der Einzelhandelsverband Nord (EHV) in Kiel spricht bereits von „positiven Umsatzimpulsen“ – dabei dürften viele Ausgaben der Verbraucher in den nächsten Wochen erst noch folgen. „Vor allem wenn das Wetter gut und die deutsche Mannschaft lange im Turnier bleibt, wird es viele Partys und Fußballabende in privaten Gärten und auf heimischen Terrassen geben, bei denen gut ausgerüstete Grillmeister die Fußballprofis anfeuern“, erklärt Dierk Böckenholt, Hauptgeschäftsführer des EHV Nord. Entsprechend profitierte ihm zufolge vor allem der Umsatz mit Fanartikeln, Getränken, Grillgut, Süßigkeiten und Snacks. Aber auch Händler von Elektronik-Geräten dürfen sich freuen. In deutschen Wohnzimmern werde „nachgerüstet“, so der EHV – neue Fernseher angeschafft. „Die Fußball-WM und die günstigen Zinsen machen hier gleich doppelt Lust auf besseres Seh-Vergnügen“, so Böckenholt. Längst gebe es für jede Raumgröße das optimal zugeschnittene Angebot.

Unterm Strich ist die WM jedoch vor allem das große Geschäft der Sportartikel-Hersteller – und hier sieht sich Adidas inzwischen auch Fußball der immer stärkeren Konkurrenz des Sportbranchen-Primus Nike gegenüber. In diesem Jahr will der Dax-Konzern mit Schuhen, Schienbeinschonern und Bällen „definitiv“ den Rekordwert von zwei Milliarden Euro erlösen. Die US-Konkurrenz peilt zwei Milliarden Dollar an, das sind knapp 1,5 Milliarden Euro.

Einen „Heimvorteil“ hat Adidas als offizieller Partner und Ausrüster der Fifa – sämtliche Schiedsrichter, Balljungen, Funktionäre und Helfer werden die drei Streifen tragen. Auch der WM-Ball wurde in Herzogenaurach entwickelt. Als einziger Hersteller darf Adidas zudem direkt in den Stadien und in der unmittelbaren Umgebung werben. Im Gegenzug schickt Nike mehr Mannschaften ins Rennen, darunter Gastgeber Brasilien, England, Holland und die USA.

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