Es geht um ihre Jobs : Werftarbeiter demonstrieren

Mehrere tausend Mitarbeiter protestierten am Freitag gegen gegen eine Zerschlagung der Werftstandorte im Norden. Foto: dpa
Mehrere tausend Mitarbeiter protestierten am Freitag gegen gegen eine Zerschlagung der Werftstandorte im Norden. Foto: dpa

Rund 2000 Mitarbeiter des Werftenverbundes ThyssenKrupp Marine Systems haben gegen eine Zerschlagung der Werftstandorte im Norden protestiert.

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19. September 2009, 05:45 Uhr

Schiffbauer aus den Werften von ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) in Emden, Kiel und Hamburg haben gestern in Hamburg für die Sicherung ihrer Standorte demonstriert. Bei einer Kundgebung vor der Firmenzentrale von Blohm & Voss im Hamburger Hafen wollten die Beschäftigten auch gegen einen massiven Arbeitsplatzverlust demonstrieren. Aus Emden und Kiel reisten Beschäftigte der auch zum Verbund gehörenden Werften Nordseewerke und HDW an, um sich für den zivilen Schiffbau an ihren Standorten stark zu machen. Mit einem lauten Pfeifkonzert zogen sie durch den alten Elbtunne. Parallel tagte der Aufsichtsrat der TKMS.
Die Nordseewerke sollen an den Windkraftanlagenbauer Siag verkauft werden. Bei der HDW-Gaarden GmbH ist eine Zusammenarbeit mit der Bremerhavener Rönner-Gruppe im Gespräch. Die Gewerkschaft IG Metall Küste und die TKMS-Betriebsräte lehnen eine reine militärische Ausrichtung des Verbundes ab, weil sie Auslastungsprobleme bis hin zu einer Existenzgefährdung des Restunternehmens befürchten. "Tausende von Arbeitsplätzen an der Küste stehen auf dem Spiel", mahnten sie. Sie sehen auch Zulieferfirmen in ihrer Existenz bedroht.
Gewerkschaft und Betriebsräte sperren sich nicht gegen eine Neuausrichtung auf den Windkraft-Offshore-Bereich, wie in Emden geplant, warnen aber vor Schnellschüssen beim Verkauf. Sie forderten TKMS auf, in zukunftsträchtige Märkte wie Offshore-Energiegewinnung, Meeresumweltschutz und maritime Sicherheit vorzudringen.

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