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Bundestipendium : Wenn Unternehmer den Nachwuchs fördern

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300 Euro im Monat für Studenten. Ohne dass diese einen Nebenjob ausüben. Das ermöglicht das Bundestipendium. Das Geld kommt auch von Firmen aus dem Norden.

shz.de von
erstellt am 14.Mai.2013 | 10:06 Uhr

Kiel/Lübeck | Martin Meesenburg ist überzeugt: "Wir brauchen einen starken Wissensstandort in Flensburg", sagt der Unternehmer. Seine Firma G.B. Meesenburg beteiligt sich darum in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Flensburg am Deutschlandstipendium. Seit dem Sommersemester 2011 gibt es das dahinterstehende Stipendien-Programm. Initiiert vom Bundesbildungsministerium soll es Studierende mit 300 Euro monatlich fördern. Die Hälfte des Geldes stammt dabei aus dem Bundeshaushalt, die andere von privaten Geldgebern - Förderern aus der Wirtschaft. Und deren Zahl im Norden wächst.
Eingeworben werden die Mittel für die Stipendien über die einzelnen Hochschulen im Land. Die Fachhochschule Lübeck etwa hat im Sommersemester 2012 erstmals 22 Stipendien vergeben. Inzwischen sollen weitere 22 hinzugekommen sein. 19 Förderer aus der Wirtschaft stehen dafür bereit. An der Fachhochschule Flensburg sollen in diesem Semester fünf Stipendien vergeben werden, künftig - so die Hoffnung der Fachhochschule - auch noch mehr. An der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) zeichnet die Kanzlei Gabriel Rechtsanwälte verantwortlich. "Wir haben schon das Thema Fachkräftemangel", erzählt Kanzlei-Gründer Ulrich Gabriel. "Bei Juristen ist es so, dass die Besten immer noch in alter Tradition sehr schnell abwandern" - nach Hamburg etwa oder nach Frankfurt. "Die Chancen der persönlichen Beziehungen zu den Top-Leuten ist da der beste Weg diese zu halten." Mit Erfolg: Neben dem Deutschlandstipendium engagiert sich die Kanzlei seit mehreren Jahren auch mit einem eigens initiierten Förderpreis.
Ähnlich sieht die Motivation beim Sicherheits- und Medizintechnik-Hersteller Dräger in Lübeck aus, der für das Stipendium mit der dortigen Fachhochschule kooperiert und drei Studenten fördert. "Natürlich ist es nicht so, dass sich mit drei Studenten unser Bedarf an Fachkräften decken lässt", sagt Unternehmenssprecherin Melanie Kamann. Aber es ginge auch darum, mit dieser Gruppe von Studenten in Kontakt zu kommen. Daneben setze das Unternehmen auf verschiedene Kooperationen. Bei der Firma Euroimmun sind es andere Gründe. Gegenwärtig fördert der Labortechnik-Hersteller drei Studierende an der Fachhochschule Lübeck. "Fachkräftemangel ist für uns kein Thema", erklärt eine Sprecherin auf Anfrage. Vielmehr sei es so, dass der Firmengründer und Vorstandsvorsitzende Professor Dr. Winfried Stöckler früher selbst auf ein Stipendium angewiesen gewesen sei - "daher unsere Motivation, ein solches Programm zu unterstützen".

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