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Immobilien : Wenn günstige Häuser teuer werden

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Preise für Wohnungen und Häuser steigen vor allem in den großen Metropolen rasant. Doch mit die stärksten Aufschläge bei den Zusatzkosten müssen angehende Eigentümer im Norden zahlen.

shz.de von
erstellt am 09.Feb.2014 | 13:47 Uhr

Kiel | Dass die Immobilienpreise in Deutschlands großen Metropolen anziehen, ist hinlänglich bekannt. Vor allem das Pflaster in Städten wie Hamburg und München wird immer teurer. Viele Immobilien in Schleswig-Holstein erscheinen hingegen da meist relativ günstig. Was aber oft nicht gesehen wird, sind die Kaufnebenkosten – und hier werden vor allem Immobilienbesitzer in Norddeutschland verstärkt zur Kasse gebeten. Das zeigt eine Auswertung von Interhyp – des nach eigenen Angaben mit einem Finanzierungsvolumen von 7,7 Milliarden Euro größten Vermittlers von privaten Baufinanzierungen in Deutschland. Seit der letzten Erhöhung der Grunderwerbsteuer zum Anfang dieses Jahres auf mehr als sechs Prozent in Berlin, Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, müssen Immobilienbesitzer demnach mit bis zu 15 Prozent der Kaufsumme für Nebenkosten rechnen.

Was das konkret bedeutet, rechnet Interhyp-Chef Michiel Goris vor: „Seit Januar zahlen Berliner bei einer 300.000-Euro-Wohnung bis zu 45.000 Euro für die Kaufnebenkosten, Münchner beim gleichen Kaufpreis 27.200 Euro.“ Für die 300.000-Euro-Immobilie werden in Schleswig-Holstein zwar weniger als in der Hauptstadt, aber immer noch fast 36.200 Euro an Nebenkosten beim Kauf fällig.

Denn während die Wohnungspreise in München zu den höchsten in Deutschland gehören, bleiben die Kaufnebenkosten – zu denen Interhyp neben der Grunderwerbsteuer auch Maklergebühren und Notarkosten gerechnet hat – in Bayern seit Jahren stabil bei rund neun Prozent. In Schleswig-Holstein hingegen schlagen sie mit 12,07 Prozent zu Buche.

Viele Möglichkeiten auszuweichen, haben Interessenten von Immobilien dabei nicht. „Der Spielraum bei den Kaufnebenkosten ist gering“, sagt Goris. Die Grunderwerbsteuer und die Notarkosten seien festgelegt. Mit Makler lasse sich zwar verhandeln, gerade in Ballungsgebieten sei dies aber meist nicht von Erfolg gekrönt. In Schleswig-Holstein liegt die von Interhyp errechnete Maklerprovision bei 3,57 Prozent. Das ist zwar deutlich weniger als in Hamburg (6,25 Prozent), zugleich aber auch nicht mehr als in Bayern oder Baden-Württemberg. Die Grunderwerbssteuer beträgt in Schleswig-Holstein nochmals 6,5 Prozent – der höchste Wert in ganz Deutschland. Zu guter Letzt folgen die Notarkosten – sie hat Interhyp mit zwei Prozent angenommen.

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